Stand der Technik

Die grosse Produktevielfalt bedingt eine grosse Vielfalt an Produktionsprozessen, die eine ebenso grosse Vielfalt an Stoffen benötigt, und diese Vielfalt ist – oftmals in chemisch veränderter Form – im Abwasser wiederzufinden. Das eidgenössische Gewässerschutzgesetz enthält für diese unübersichtlich vielen Abwasserinhaltsstoffe keine Grenzwerte, sondern behilft sich stattdessen mit dem Begriff des «Standes der Technik». So verlangt die GSchV von den industriellen und gewerblichen Betrieben, dass sie bei den Produktionsprozessen und der Abwasserentsorgung die nach dem Stand der Technik erforderlichen Massnahmen treffen. Diese Bestimmung ist inhaltlich sinnvoll, bereitet vielen Fachleuten allerdings Probleme bzw. Fragen bei der Umsetzung.

Das CC Industrie und Gewerbe des VSA will die zentrale Informationsquelle für Behörden und Fachspezialisten zum Thema Stand der Technik im betrieblichen Umwelt- und Gewässerschutz sein. Ziel ist die bedarfsgerechte Bereitstellung von aktuellen, praxistauglichen und validierten Informationen zum Stand der Technik im betrieblichen Umwelt- und Gewässerschutz, und damit verbunden die Harmonisierung des Vollzugs in der Schweiz.

Wie definiert das CC IG den Stand der Technik?

Die Definition, was der Stand der Technik ist, verändert sich fortlaufend und dynamisch mit den neuesten Entwicklungen. Dies stellt eine grosse Herausforderung für den betrieblichen Umwelt- und Gewässerschutz in Industrie und Gewerbe dar.

Das CC IG ist überzeugt, dass Emissionsminderung und Ressourceneffizienz ganzheitlich betrachtet werden müssen. Verbesserungen sind vor allem durch fortschrittliche Produktionsverfahren und gute betriebliche Praxis möglich. Dies erfordert aber umfassende und aktuelle Branchenkenntnisse.

Das CC-IG hat sich auf folgende Definition geeinigt und nutzt sie als Leitlinie für ihre Arbeit:

Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen in Industrie und Gewerbe, der für den Schutz der Umwelt sowie die effiziente Nutzung von Ressourcen praktisch geeignet ist. Aus dem Stand der Technik können Massnahmen zur Begrenzung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden, zur Gewährleistung der Anlagensicherheit und einer umweltverträglichen Abfallentsorgung oder zur Verbesserung der Ressourcenwirtschaft abgeleitet werden.

Welche Hilfe bietet das CC IG bei der Umsetzung des Standes der Technik?

Fragen zum Stand der Technik können bezüglich ihrer Komplexität und Tragweite eine unterschiedliche Bedeutung und damit verbunden eine andere Bearbeitungstiefe erlangen. Aus diesem Grund sieht das CC IG verschiedene Stufen bei der Erarbeitung von adäquaten Antworten vor. So sollen einfache konkrete Fragen (Stufe 1) zeitnah unten im Forum beantwortet, während umfangreichere Fragen in Form von Merkblättern (Stufe 2 und 3) oder Leitfäden (Stufe 4) behandelt werden.

Antworten zu einfachen, konkreten Fragen werden in den drei Landessprachen deutsch, französisch und italienisch zur Verfügung gestellt.

TypBeantwortung alsVerantwortungBearbeitungsdauer
1. Einfache, konkrete Anfragen ForumsbeitragArbeitsgruppe Stand der Technik 10 Tage
2. Einfache, konkrete Fragestellungen von allgemeiner Bedeutung VSA-MerkblattKernteam CC Industrie & Gewerbe und Fachexperten4 Monate
3. Fragen zum Stand der Technik bei Prozessen Interkantonales MerkblattKernteam CC Industrie & Gewerbe und Fachexperten 1 bis 2 Jahre
4. Fragen zum Stand der Technik in einer gesamten Branche (mehrere Prozesse) VSA-Leitfaden KernteamKernteam CC Industrie & Gewerbe und Fachexperten 1 bis 2 Jahre

Arbeitsgruppe „Stand der Technik“

Zusammensetzung

In der Arbeitsgruppe «Stand der Technik» sind Spezialisten des Bundes, der Kantone, der Fachhochschulen und der Privatindustrie vertreten. Bei der Auswahl der Personen wurde besonderer Wert auf die interdisziplinäre Zusammensetzung und die Vertretung der drei Landessprachen deutsch, französisch und italienisch gelegt.

Folgende Personen sind vertreten

  • Färber Horst (Färber & Schmid AG)
  • Lehmann Sebastien (Bundesamt für Umwelt)
  • Locher Patrick (Kanton Bern)
  • Mancini Bruno (Kanton Aargau, Leiter Arbeitsgruppe)
  • Marzoli Franco (Kanton Tessin)
  • Rietsch Jean-Michel (Kanton Waadt)