Anfragen und FAQ zum Stand der Technik

Stellen Sie Ihre Frage zum Stand der Technik

Falls Sie eine Frage haben, die nicht in den untenstehenden FAQ aufgelistet wird, geben Sie diese direkt in das nachfolgende Formular ein.

Nach Eingang der Meldung wird der Empfang automatisch bestätigt und die Anfrage an die Arbeitsgruppe «Stand der Technik» weitergeleitet. Spätestens 10 Tage nach Erhalt der Meldung erhält der Fragesteller eine konkrete Antwort der Arbeitsgruppe oder Angaben über das weitere Vorgehen. Fragen von allgemeiner Relevanz werden auf dieser Seite anonymisiert als FAQ aufgeschaltet.

FAQ Stand der Technik

In der nachfolgenden Zusammenstellung sind die von der Arbeitsgruppe «Stand der Technik» beantworteten Anfragen aufgeführt und nach dem NOGA-System kategorisiert.

Industrie- und Gewerbeabwasser generell

Frage:

Ein Holzparkett wurde fälschlicherweise mit dem Ölprodukt („KL_Meisteroel_natur_und_weiss„) behandelt. Auf das Abschleifen des Parkettbodens wurde aufgrund der Staubemissionen verzichtet. Um die bestehende Oberfläche entsprechend auf die Ausbesserungsarbeiten am Parkett vorzubereiten, wurde dem Parkett vorgängig das Mittel „Grundreiniger Clean Strong“ von Pallmann aufgetragen. Zur Reinigung des Parketts wurden die Saugscheuermaschine vom Typ „Pallmann Turbo Scrubber“ verwendet.

Wir gehen davon aus, dass beim Reinigungsvorgang nebst dem Reinigungsmittel zum Teil auch das DKL-Öl, welches fälschlicherweise aufgetragen wurde, ins Waschwasser gelangt. Wie ist das bei den Reinigungsarbeiten anfallende Abwasser nach heutigem Stand der Technik korrekt zu entsorgen? Darf das Waschwasser in die Kanalisation geleert werden?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf die Anfrage vom 5. März 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung der Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Im vorliegenden Fall sind folgende Besonderheiten zu berücksichtigen:

  1. Es handelt sich um eine einmalige Einleitung. Das Parkett wurde fälschlicherweise mit einem Produkt behandelt. Dieses Produkt musste einmalig entfernt werden.
  2. Die einzuleitende Abwassermenge ist im Verhältnis zur gesamten Zulaufmenge der Kläranlage klein
  3. Durch die einmalige Einleitung einer geringen Menge des Reinigungsabwassers kann die Kläranlage nicht gestört werden
  4. Die beiden Hauptbestandteile des Reinigungsmittels sind biologisch abbaubar
  5. Es handelt sich um eine geringe Menge Ölprodukt, das durch die Reinigung entfernt wurde.

Somit kann die Behörde in diesem Einzelfall weniger strenge Werte festlegen und ausnahmsweise die Einleitung einer geringen Menge des Reinigungsabwassers tolerieren.

Benutzt der Betrieb das Reinigungsmittel standardmässig für die Reinigung von Parkett, um beispielsweise das Abschleifen des Parketts zu ersetzen, dann ist das Reinigungsabwasser zu analysieren und gegebenenfalls eine Abwasservorbehandlung oder Sonderabfallentsorgung festzulegen.

Siehe dann auch VSA-Merkblatt  „Ist es Abwasser? Ist es Abfall? Entscheidungshilfe; pragmatische Annäherung aus der Sicht der Praxis“

Gesetzliche Grundlagen

Für die Einleitung von industriellem Abwasser in die Kanalisation gelten die Anforderungen des Anhanges 3.2 der Gewässerschutzverordnung (GSchV).

Weiter gelten jedoch auch

GSchV, Art. 7. Abs. 3, Ziff. B

Die Behörde kann die Anforderungen erleichtern, wenn die Umwelt durch die Einleitung nicht verwertbarer Stoffe in Industrieabwasser gesamthaft weniger belastet wird als durch eine andere Entsorgung und beim Abwasser der zentralen Abwasserreinigungsanlage die Anforderungen an die Einleitung in ein Gewässer eingehalten werden;

GSchV, Anh. 3.2, Abs.1,Unterabs.2,Lit a

Wer Industrieabwasser ableitet, muss bei Produktionsprozessen und bei der Abwasserbehandlung die nach dem Stand der Technik notwendigen Massnahmen treffen, um Verunreinigungen der Gewässer zu vermeiden. Insbesondere muss er dafür sorgen, dass so wenig abzuleitendes Abwasser anfällt und so wenig Stoffe, die Gewässer verunreinigen können, abgeleitet werden, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist;

GSchV, Anh. 3.2, Abs.1,Unterabs.4

Wenn der Inhaber des Betriebes nachweist, dass er die nach dem Stand der Technik erforderlichen Massnahmen nach Absatz 2 getroffen hat und dass die Einhaltung der allgemeinen Anforderungen nach Ziffer 2 unverhältnismässig wäre, legt die Behörde weniger strenge Werte fest.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Ich arbeite in Dübendorf bei der FISCH und Partner AG.
Wir vertreiben Prüfmittel zur Auffindung von Rissen an Bauteilen. Stichwort: Farbeindringprüfung oder PT-Prüfung genannt.
Die Prüfmittel werden mit Wasser vermischt und nach der Anwendung entsorgt, oder neuerdings Kanalisiert.

Nun stellt sich immer wieder die Frage ob diese Mittel kanalisiert werden dürfen?

Die Prüfmittel enthalten nebst dem Trägermedium (ölige oder alkoholische Stoffe) fluoreszierende oder stark rote Farbstoffe.
Hier sind die Sicherheitsdatenblätter zu den Frabstoffen, die wir verwenden:

Sicherheitsdatenblatt mr-313
Sicherheitsdatenblatt mr-70
Sicherheitsdatenblatt Ardrox 9702

Wer kann mir hierzu weiterhelfen?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 14. November 2019 zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

Die Einleitung von Farbstoffen oder Farbstofflösungen in die Kanalisation ist verboten.

Gewässerschutzverordnung SR 814.201
Art. 10 Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser
Es ist verboten:

  1. feste und flüssige Abfälle mit dem Abwasser zu entsorgen, ausser wenn dies für die Behandlung des Abwassers zweckmässig ist;

Es handelt sich hier um Abfall, denn in der Verordnung des UVEK über Listen zum Verkehr mit Abfällen, (Code 07 03 Abfälle aus Herstellung, Zubereitung, Vertrieb und Anwendung von organischen Farbstoffen und Pigmenten (mit Ausnahme derjenigen, die unter 06 11 fallen)) werden organische Farbstoffe genannt. Somit dürfen organische Farbstoffe nicht in die Kanalisation entsorgt werden.

Wir verweisen auch auf das VSA Merkblatt «Ist es Abwasser? Ist es Abfall?»

Kohlenwasserstoffbasierte Prüfmittel für die Rissprüfung
Die fluoreszierenden Farbstoffe für die Rissprüfung werden oft mit einer Kohlenwasserstoffhaltigen «Trägerlösung» appliziert. Ohne Aufbereitungs-, bzw. Behandlungsmassnahmen ist davon auszugehen, dass die Kohlenwasserstoff- Grenzwerte bei einer Einleitung in die Kanalisation deutlich überschritten werden.

Mögliche Massnahmen können mittels technischen Lösungen (bspw. Kreislaufführung mittels Membrantechnik, oder Vakuumverdampfung + A-Kohle), oder auch über eine chemisch-physikalische Behandlung mittels spezifischer Adsorptionsprodukte getroffen werden. Welches die bessere, effizientere und wirtschaftlichere Lösung darstellt ist fallweise zu prüfen.

Alkoholbasierte Prüfmittel für die Rissprüfung
Ist die «Trägerlösung» auf alkoholischer Basis, ist auch ein Vorbehandlung angezeigt oder die Sammlung mit nachfolgender Sonderabfallentsorgung.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 / Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Mich würde interessieren, wie es mit Bioziden in der Umwelt aussieht. Konkret möchte ich wissen, ob Chlor oder Silber schädlicher für die Umwelt ist, bzw. was die Gefahren der beiden Stoffe sind?

Antwort:

Wie Paracelsus bereits sagte: “ Dosis sola facit venenum“ / Allein die Dosis macht das Gift

Allgemeines

Beim Einsatz von Biozidprodukten gilt die Sorgfaltspflicht. Wer mit einem Biozidprodukt und seinen Abfällen umgeht, muss diese ordnungsgemäss verwenden und dafür sorgen, dass sie Mensch, Tier und Umwelt nicht gefährden können. Das Biozidprodukt darf nur für den vorgesehenen Zweck verwendet werden. Die auf der Verpackung und dem Sicherheitsdatenblatt angegebenen Hinweise und die Gebrauchsanweisung müssen berücksichtigt werden. Es dürfen nur Geräte eingesetzt werden, die eine fachgerechte und gezielte Verwendung des Biozidprodukts ermöglichen. Der Einsatz von Biozidprodukten ist auf das notwendige Mindestmass zu begrenzen. Er hat nach Möglichkeit in Kombination mit geeigneten vorbeugenden Massnahmen und mit anderen Verfahren (z.B. physikalischen, biologischen Methoden) zu erfolgen.

Silber im Abwasser

Einen Studie von Bernd Nowack (Nanosilver Revisited Downstream, Bernd Nowack, Science, 2010, Vol. 330 no. 6007, pp. 1054-1055, DOI:10.1126/science.1198074) zeigt, dass in Kläranlagen 90% der Silberfracht mit dem Klärschlamm eliminiert werden. Die Silberfracht wird im Abwasser zum schwerlöslichen Silbersulfid umgewandelt und gelangt so in den Klärschlamm.

Silberprodukte in der Natur

Wie sich Silberprodukte in der Natur verhalten, ist Gegenstand laufender Untersuchungen. Es wird davon ausgegangen, dass die Auswirkung von Silber in Konsumgütern sich ähnlich verhält wie bei anderen Formen von Silber.

Aktivchlor im Abwasser

Aktivchlor (z.Bsp. Natriumhypochlorit) in Verbindung mit organischen Materialen, wie beispielsweise Fett, kann organische Halogenverbindungen (AOX) bilden. Diese sind nur sehr schwer biologisch abbaubar und stellen somit eine Belastung für die Umwelt dar. Falls in der Kläranlage Ozon eingesetzt wird könnte Chlorat entstehen.

Aktivchlor in der Natur

Beim Ableiten von Aktivchlor in ein Gewässer ist der Grenzwert von 0.5 mg Aktivchlor / Liter einzuhalten. Aktivchlor reagiert mit organischen Verbindungen zu biologisch schwer abbaubaren Produkten.

Fazit

Es kann nicht generell gesagt werden, ob Aktivchlor oder Silber „schlimmer“ ist. Wir empfehlen den Einsatz dieser Produkte auf das notwendige Mindestmass zu begrenzen.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Literatur

Medienmitteilung EMPA Silber in Kläranlagen (2011)

SVG Journal Chlorat in Schwimmbädern (2017)

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancin@ag.ch).

Frage:

Wir sind an der Planung des Unterhaltszentrum der Strafanstalt Saxerriet in Salez.

Dieses UHZ hat auch eine Malerei / Farblager mit einem Ausguss. Kann das Abwasser der Kanalisation zugeführt werden, oder braucht dies eine Vorbehandlung und wie sieht diese aus.

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 25. November 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA. Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

Vorbehandlung von Abwasser aus Malereien

Bei Maler- und bei Reinigungsarbeiten fallen unterschiedlich stark verschmutzte Abwässer an. Sie können mit Chemikalien, Tensiden, Lösungsmitteln, Fetten und mit Farbrückständen belastet sein. Je nach Art und Beschaffenheit müssen die Abwässer einer Vorbehandlung unterzogen werden, bevor sie in die

Schmutzwasserkanalisation abgeleitet werden. Abwasser, welches die Anforderungen an die Einleitung in die öffentliche Kanalisation einhält kann ohne Vorbehandlung abgeleitet werden. Prüfkriterien:

  • Wasser klar und farblos
  • pH-Wert 6.5 –9
  • maximal 20 mg/l Kohlenwasserstoffe
  • maximal 2 mg/l Zink oder Chrom, 0.5 mg/l Blei, 0.1 mg/l Cadmium (Analyse nur bei Verdacht)

Entspricht das Abwasser nicht diesen Prüfkriterien, darf es nicht ohne Vorbehandlung in die Kanalisation abgeleitet werden.

Kantonale Merkblätter

Merkblatt „Umweltschutz für fachverarbeitende Betriebe“
Merkblatt „Abwasser, Abfälle und Emissionen im Malereigewerbe“ 2006
Merkblatt Abwasser, Abfälle und Emissionen im Malereigewerbe
Merkblatt „Gewässerschutz und Abwasserentsorgung im Malergewerbe“

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email:  bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

In einem VSA-Merkblatt zu Feinstaubfiltern für Holzfeuerungen (2015), das auch auf Restaurants, insbesondere auf Pizzerien anwendbar ist, wird geraten, den Filterstaub trocken zu entsorgen und nicht in die Kanalisation gelangen zu lassen, wenn der Feinstaub eventuell auf nassem Wege abgeschieden wurde.

Ist der VSA in der Zwischenzeit noch näher auf das Thema eingegangen, z.B. mit konkreten Vorschlägen zu Anlagen zur Vorbehandlung dieser rauch-/staubbelasteten Abwässer? In einer Pizzeria kann ja relativ viel Feinstaub/Rauch anfallen (Ruß, PAK, Fett etc.).

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 1. Oktober 2018 an unseren Herrn Markus Sommer. Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Technische Aspekte

Wir unterscheiden bei der Reinigung von Pizzaöfen drei Arten

  1. Holzfeuerungen mit Feinstaubabscheidung
    Bei Holzfeuerungen mit Feinstaubabscheidern ist darauf zu achten, dass der Filterstaub trocken als Abfall zusammen mit der normalen Holzasche entsorgt und nicht in die Kanalisation abgewaschen wird. Für Holzfeuerungen die selbstreinigende Rauchgasfilter mit Nasswäsche haben, ist eine Vorbehandlung des Abwassers nötig (gemäss VSA Empfehlung «Selbstreinigende Feinstaubfilter für Holzfeuerungen»). Die Vorbehandlung könnte über eine Spaltanlage erfolgen.
  2. Tägliche Reinigung durch Betriebspersonal
    Bei der täglichen Reinigung durch das Betriebspersonal fallen Feststoffe und Reinigungsabwasser an. Die Feststoffe dürfen nicht in die Kanalisation gespült werden, sondern sollen mit dem Hauskehricht entsorgt werden. Das Abwasser ist analog zu gewerblichem Küchenabwasser zu entsorgen. Also bei fetthaltigem Abwasser und mehr als 300 Mahlzeiten pro Tag über einen Fettabscheider (siehe dazu Schweizer Norm 592’000:2012).
  3. Alkalische Reinigung durch Kaminfeger
    Bei der alkalischen Reinigung fallen flüssige Abfälle an, welche nicht in die Kanalisation eingeleitet werden dürfen. Die trockenen Rückstände dürfen dem Hauskehricht zugeführt werden. Die flüssigen Rückstände müssen gesammelt und in den Kaminfegerbetrieben von anerkannten Entsorgungsfirmen abgeholt und fachgerecht entsorgt werden oder der Kaminfeger behandelt die Rückstände über eine eigene, geprüfte Abwasservorbehandlungsanlage in seinem Betrieb.
    Alkalisches Reinigungswasser aus der Reinigung von Kaminen und Pizzaöfen gilt als Sonderabfall und darf nur an Entsorgungsunternehmen weitergegeben werden, welche zur Annahme dieses Abfalles berechtigt sind. Betriebe, welche einen Sonderabfall zur Entsorgung abgeben, müssen eine Betriebsnummer nach der Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) besitzen. Diese kann bei der kantonalen Fachstelle bezogen werden.

Aspekte für den Vollzug

Neben den technischen Aspekten ist für den Vollzug auch die Anzahl solcher Pizzaöfen im Einzugsgebiet der Kläranlage und die Grösse der Kläranlage wichtig. Es liegt in der Kompetenz der  Vollzugsbehörde die lokalen Gegebenheiten zu berücksichtigen.

Gesetzliche Grundlagen:

  • GSchV, Art. 10 , Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser
  • GSchV, Anhang  3.2 und Anhang 3.3
  • GSchG Art. 4, Definition Abwasser
  • USG,  Art. 7, Definitionen

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18; bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir sind ein Recycling Unternehmen und haben Kunden die Grünabfälle in einem Presscontainer sammeln. Das Obst und Gemüse hat sehr hohen Flüssigkeitsanteil, dementsprechend sind die Presscontainer sehr schwer. Wir möchten vor den Presscontainer eine Entwässerungspresse platzieren. Nun meine Frage: darf man Flüssigkeit von Gemüse und Obst normal in das Abwasser leiten? Oder muss man diese Flüssigkeit irgendwie Filtern? Kennen Sie solche Anwendungen?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 28. Juni 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA. Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle.

  1. Um den Flüssigkeitsanteil bei Gemüse- und Obstabfällen zu reduzieren, sollen diese Abfälle gepresst und die Pressflüssigkeit in die Schmutzwasserkanalisation entsorgt werden. Ist das zulässig?
    Es gilt das Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser. In der Praxis ist die Unterscheidung zwischen Abwasser und flüssigem Abfall nicht immer leicht. Deshalb hat der VSA im April 2016 das VSA-Merkblatt «Ist es Abwasser? Ist es Abfall?» veröffentlicht. Die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen ist kein Abwasser, sondern ein flüssiger Abfall und somit ist die Entsorgung in die Kanalisation nicht konform mit dem Gesetz.
  2. Muss die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen verwertet (gefiltert, behandelt) werden?
    Da es sich bei der Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen um flüssigen Abfall handelt, muss er verwertet werden.
  3. Kennen Sie solche Anwendungen?
    Die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen kann zu Biogas verwertet werden. Entweder in einer Biogasanlage (externe oder betriebseigene Anlage) oder im Faulturm einer Kläranlage.

Zudem verweisen wir auf den Leitfaden und das Merkblatt «Abwasser aus Gemüse verarbeitenden Betrieben». Beachten Sie dabei, dass die Pressflüssigkeit aus Gemüse- und Obstabfällen kein Abwasser, sondern ein flüssiger Abfall ist.

Gesetzliche Grundlagen

Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer SR 814.22
Art 4 Definition Abwasser

Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig damit abfliessende Wasser sowie das von bebauten oder befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser.

Umweltschutzgesetz SR 814.01
Art. 7 Definitionen

Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber entledigt oder deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten ist. Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung. Als Behandlung gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Ich bin an der Planung einer Autowaschanlage im Kanton Zürich und sollte die 4 Waschplätze über einen Hofsammler entwässern. Nun bin ich nicht sicher ob ich für die Dimensionierung der einzelnen Hofsammlers (Durchmesser + Tiefe) die gleiche Formel wie aus dem «Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung – Planung und Ausführung» benutzen kann. Meine Fläche beträgt 34 m² was bedeuten würde, dass es einen Abflusswert von 1.02 l/s ergibt. Da aber am Tag mehrere Auto’s gewaschen werden können, bin ich mir nicht sicher ob diese Formel wirklich stimmt. Könnten Sie mir vielleicht weiterhelfen?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 8. April 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Somit entscheided die Fachstelle über die Vorgehensweise.

Stand der Technik bei Autowaschanlagen

Dimensionierung Schlammsammler
Für die Dimensionierung empfehlen wir Ihnen die Anfrage bei einem Lieferanten einer Abwasservorbehandlung. Ansonsten können Sie sich an ein Ingenieurbüro wenden oder die Berechnung gemäss Schweizernorm SN 592’000 durchführen. Gemäss der Richtlinie und Praxishilfe Regenwasserentsorgung des Kantons Zürich müssen gewerbliche Waschplätze überdacht sein. Somit ist für die Dimensionierung nur das Waschwasser relevant. Pro Waschvorgang ist mit 150 Liter Waschwasser zu rechnen. Dies entspricht 15 l/min und Waschplatz. Also bei vier Waschplätzen 60 L/min oder 1,0 l /s. Bei Waschplätzen gelten die erhöhten Anforderungen (Sinkgeschwindigkeit 18 m/h und Aufenthaltszeit 120 s), deshalb ist gemäss SN 592’000 (Kap. 7.6.3) mindestens ein Normschacht (Schlammsammler) mit 0,60m ᴓ und 1,1 m Nutztiefe vorzusehen.

Entwässerung von Autowaschplätzen
Es wird unterschieden zwischen Autowaschplätzen,

  1. für ausschliessliche Karosseriereinigung oder
  2. Motor- und Chassiswäschen

Die nötigen Vorbehandlungen des Abwassers sind auf den Seiten 8 und 9 des Merkblattes Umweltschutz in ihrem Betrieb Auto- und Transportgewerbe zu finden oder in der SN 592’000 im Kapitel 6.

Empfehlungen, Merkblätter, Informationen

Wir verweisen auf folgende Dokumente:

Gesetzliche Grundlagen

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201
  • Kommunale Bauordnung und Abwasserreglement

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir haben Kenntnis davon, dass bei uns im Kanton verschiedene Maler das Produkt ABBAclean und ABBAmousses zur nachhaltigen Entfernung von Algen, Moos, Pilzen und Flechten an Aussenbauteilen verwenden. Welche Massnahmen sind bei der Verwendung dieses Produkt im Freien (zum Schutze der Umwelt) zu treffen?

Antwort:

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Wir empfehlen bei Fassadenreinigungen und deshalb auch bei der Verwendung des Produkt ABBAclean sowie ABBAmousses, folgende Auflagen und Massnahmen einzuhalten:

Auflagen / Massnahmen

  1. Das Abwasser aus der Fassadenreinigung darf nicht versickert werden.
  2. Wo kein dichter Boden vorhanden ist, muss mit geeigneten Mitteln (Kunststofffolien, etc.) das Reinigungsabwasser aufgefangen werden
  3. Das Abwasser darf nicht in Gewässer gelangen
  4. Es muss geprüft werden wohin Schächte, Dachrinnen, etc. entwässern. Meteorwasserschächte /-     ableitungen müssen verschlossen / abgedichtet werden.
  5. Das Reinigungsabwasser muss in Absprache mit der Behörde in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet werden (Aufpassen bei kleinen ARA’s). Es gelten dabei die Anforderungen der GSchV Anhang 3.2

Zudem habe ich noch das Merkblatt zur Fassadenreinigung des Kantons Basel Stadt beigelegt. Dort sind praktische Hinweise zu entnehmen.

Gesetzliche Grundlagen:

  • GSchG, Art. 6 , Abs. 1
    «Es ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder unmittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen.»
  • GSchG Art. 7 Abs. 1
    «Verschmutztes Abwasser muss behandelt werden. Man darf es nur mit Bewilligung der kantonalen Behörde in ein Gewässer einleiten oder versickern lassen.»

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.062 835 34 18; bruno.mancini@ag.ch).

Stand der Technik im betrieblichen Umwelt- und Gewässerschutz

Frage:

Ich betreue einige Wäschereien bei uns im Kanton. Eine eigentliche Vorbehandlung der Abwässer wird bei den meisten nicht durchgeführt und die Grenzwerte für die Einleitung in die Kanalisation sind auch eingehalten. Nur eine Wäscherei filtert die «Kleiderfussel» vor dem Einleiten in die Kanalisation heraus. Mich würde interessieren ob es einen Stand der Technik für die Behandlung von Abwässern von Wäschereien gibt.

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 15. März 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Somit entscheiden Sie über die Vorgehensweise.

Stand der Technik bei Abwasser von Wäschereien

In Wäschereibetrieben wird oft zwischen weisser und blauer Ware unterschieden. Während die Abwässer aus der weissen Ware nach einer Feststoffabtrennung (Lappen, Flusen, Knöpfe, etc.) und einer allfälligen Neutralisation (pH Wert nach Durchmischung in der Kanalisation zwischen 6.5 und 9.0) in das kommunale Abwassersystem eingeleitet werden können, ist das Abwasser von der blauen Ware öl- und metallhaltig: Daher muss es zusätzlich aufbereitet werden. Die Grösse der Kläranlage spielt auch eine Rolle. Bei kleinen Kläranlagen kann das Abwasser einer Wäscherei Störungen (Schaum, hohe pH Werte im Zulauf, Kalkablagerungen, etc.) bewirken.

Allgemein sind folgende Punkte zum Stand der Technik zu berücksichtigen:

  1. Eine Feststoffabtrennung zur Entfernung von Flusen, Lappen, Knöpfen, etc. ist einzurichten. Ohne Feststoffabtrennung gelangen jährlich Feststoffmengen im Tonnenbereich zur Kläranlage. Zudem schützt die Feststoffabtrennung die Anlagen zur Wärmerückgewinnung.
  2. Wärmerückgewinnung
    Das Abwasser aus dem Waschprozess hat meist eine Temperatur über 60 °C. Mit Wärmetauschern oder Wärmepumpen wird dem Abwasser die Wärme entzogen und dem Frischwasser zugeführt.
    Weiter ist im Kompressoren- und Pumpenraum sowie in der Fabrikationshalle mit erheblich Abwärme zu rechnen. Diese Abwärme wird mittels Wärmepumpen zur Frischwassererwärmung genutzt.
  3. Neutralisation
    Der pH Wert von Wäschereiabwasser liegt meist über pH 9.0. Reicht die Durchmischung in der Kanalisation nicht, um den pH Wert zwischen 6.5 und 9.0 zu bringen, können Störungen der Kläranlage vorkommen. Bei hohen pH Werten können vermehrt Ablagerungen an Belüftungstellern, Leitungen und Becken auftreten. Dies führt zu höherem Energieverbrauch bei der Belüftung und zu höherem Betriebsaufwand zur Entfernung der Ablagerungen. In diesen Fällen ist eine Neutralisation zu installieren.
  4. Abtrennung von Kohlenwasserstoffen
    Bei blauer Wäsche (Reinigungslappen Auto- und Metallgewerbe, etc.) fallen Kohlenwasserstoffe an. Die Mengen an Kohlenwasserstoffen können so beträchtlich sein, dass eine Sammlung und Verwendung zu Heizzwecken wirtschaftlich ist. Die Anforderung von 20 mg/l Kohlenwasserstoff bei Einleitung in die Kanalisation ist einzuhalten (GSchV, Anhang 3.2).
  5. Abtrennung von Metallen
    Bei blauer Wäsche (Reinigungslappen Auto- und Metallgewerbe, etc.) ist mit erhöhten Metallkonzentrationen zu rechnen. Nach erfolgter Abklärung sind entsprechende Vorbehandlungen (Fällung/Flockung, Ionentauscher, Elektrodialyse, etc.) zu installieren.

Empfehlungen, Merkblätter, Informationen

Wir verweisen auf folgende Dokumente:

Gesetzliche Grundlagen

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201
  • Kommunale Bauordnung und Abwasserreglement

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Auf einer Seebaggeranlage für Sand- und Kiesabbau auf dem Vierwaldstättersee soll eine Mittelspannungsanlage revidiert/ersetzt werden. Beim alten und zu entfernenden Transformator handelt es sich um einen Öl-Transformator. Es stellt sich nun grundsätzlich die Frage, ob das Amt für Umwelt den Wiedereinbau eines neuen Öl-Transformators auf dem Baggerschiff erlaubt oder ob in Anlehnung an die Gewässerschutzverordnung (Stand der Technik) ein Giessharztransformator (ohne Öl) gefordert werden darf.

Antwort:

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Beim genannten Sachverhalt kann nicht auf den Stand der Technik verwiesen werden. Jedoch auf Art. 3 des GSchG „Sorgfaltspflicht“:

Jedermann ist verpflichtet, alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt anzuwenden, um nachteilige Einwirkungen auf die Gewässer zu vermeiden.

Aus Sicht des Gewässer- und Umweltschutzes ist der Einsatz eines Feststofftransformators zu bevorzugen. Beispielsweise hat ein Giessharztransformator den Vorteil, dass ohne Transformatorenöl die damit verbundene Brand- und Wassergefährdung signifikant verringert werden. Folglich werden Giessharztransformatoren besonders dort eingesetzt, wo wegen der räumlichen Nähe zu Personen oder Sachwerten ölgefüllte Transformatoren nicht oder nur mit erheblichen Massnahmen zum Brandschutz, wie z. B. Brandschutzwänden, aufgestellt werden können. Auch entfallen Ölauffangvorrichtungen. Zudem sind sie weitgehend wartungsfrei, da z. B. keine Undichtigkeiten wie bei flüssigkeitsgefüllten Transformatoren auftreten können und die Problematik der Hydrolyse des Transformatorenöles und dessen eventuell notwendige Aufbereitung entfällt.

Wegen der Luftkühlung eines Feststofftransformators ist die Wärmeabfuhr schlechter als bei flüssigkeitsbefüllten Transformatoren. Deshalb liegen die Leistungsbereiche von Feststofftransformatoren in der Regel auch zwischen 50 kVA bis 40 MVA.

Da es sich im vorliegenden Fall um einen Ersatz des Transformators handelt, wird es jedoch schwierig sein, in den bestehenden Platzverhältnissen einen Feststofftransformator einzubauen. Die technische Machbarkeit muss erst abgeklärt werden. D.h. die Platzverhältnisse und Leistungsbereiche müssen stimmen, sonst ist ein Ersatz eines ölbefüllten Transformators durch einen Feststofftransformator nicht machbar.

Auch bei einem Neubau muss die technische Machbarkeit gegeben sein. Ist diese gegeben, sollte der Feststofftransformator zum Einsatz kommen.

Allenfalls könnte auch ein Trafo mit biologisch abbaubarem Öl in Frage kommen, wie dies die Empfehlung des Verbandes Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) über den Schutz der Gewässer bei Erstellung und Betrieb von elektrischen Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten (Version 2.19; VSE, Aarau; 1. März 2006) verlangt.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18; bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir wurden von der Firma Bioway kontaktiert. Die preisen eine ganz neue Technologie an, die sehr viel verspricht.
Ist diese Firma bekannt?
Ist diese Technologie sinnvoll und vertrauenswürdig?

Antwort:

Antwort der VSA Arbeitsgruppe Stand der Technik

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Januar 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Die Firma Bioway ist uns noch nicht bekannt. Inzwischen hatten wir mit der Firma telefonischen Kontakt. Das AOP («Advanced Oxidation Processes») – Verfahren wurde in mehreren Laborversuchen und Pilotierungen getestet, wobei neben dem von Bioway angewendeten Verfahren auch die Behandlung mit UV/H2O2 als AOP Verfahren bezeichnet wird. Industrielle Anlagen der Firma Bioway sind uns nicht bekannt. Ihre Anfrage bezieht sich somit auf ein in der Schweiz nicht erprobtes Verfahren. Deshalb wurde Ihre Anfrage an das CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA weitergeleitet. Dieses Gremium wird Ihre Anfrage bearbeiten und Ihnen spätestens in vier Wochen mitteilen, ob das Verfahren als geeignet betrachtet wird oder ob weitergehende Arbeiten des CC Industrie und Gewerbe eingeleitet werden müssen.

Antwort CC Industrie und Gewerbe Kernteams des VSA

Das CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA nimmt Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Januar 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Zur Technologe der Bioway

Das Verfahren ist schon lange bekannt. Es beruht auf der elektrolytischen Erzeugung von OH-Radikalen an Eisenanoden. Gleichzeitig wird von der Anode Eisen gelöst und steht für die Fällung zur Verfügung. Das Verfahren wurde vor etwa 20 Jahren bei einer Firma im Kanton Luzern angewendet und nach relativ kurzer Zeit wieder verworfen. Die Radikalausbeute ist sehr gering und die Betriebskosten hoch. Die Wirkung war unter den Erwartungen. Eine andere Methode zur OH-Radikal Erzeugung ist UV/H2O2 (wird in einer Galvanik im Kanton Luzern angewendet, starke Komplexbildner im Abwasser). Das gibt eine bessere Radikalausbeute ist aber ebenfalls sehr energieintensiv und teuer. Dann gibts noch den Fenton mit zweiwertigen Eisensalzen bei tiefem pH-Wert (die Elektrolyse der Bioway beruht auf dem selben Prinzip). Auch hier ist die Radikalausbeute sehr gering.

Die OH-Radikale funktionieren sehr gut zum Abbau von refraktären Stoffen. Die Behandlungszeit ist allerdings sehr lang (16 bis 24 h).
Dieses Verfahren für Milchabwässer einzusetzen ist wenig sinnvoll. Milchabwässer enthalten hauptsächlich leicht abbaubare Stoffe wie Milchzucker, Proteine und Fette. Diese würden mit den OH-Radikalen zwar relativ schnell oxidiert, aufgrund der hohen Belastung der Abwässer werden allerdings Unmengen der Radikale benötigt (mit den entsprechenden Kosten). Zudem würde der Energieinhalt der Abwasserinhaltsstoffe verschwendet. Das Verfahren, das bei grossen Milchverarbeitern angewendet wird, ist: Anaerobie, Flotation und nötigenfalls nachgeschaltete aerobe Biologie. In der Anaerobie wird (aufgrund der kurzen Aufenthaltszeit, einige Stunden) hauptsächlich der Milchzucker abgebaut und zu Methan und CO2 umgewandelt, das Methan wird verwendet. Die Flotation entfernt Fette und denaturierte Proteine, die Aerobstufe noch den Rest. Der Wirkungsgrad des CSB-Abbaus liegt bei rund 96 bis 98%. Die Kosten (Abschreibung und Betriebskosten) liegen dabei um die CHF 3/m3. Mit der Gasnutzung und der Ersparnis bei der ARA-Gebühr, rechnet sich das sogar, die Betriebe sparen erheblich.

Das Verfahren der Bioway für Milchabwässer ist mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht bewiligungsfähig. Falls die refraktären Stoffe nach der konventionellen biologischen Behandlung noch ein Problem sein sollten, können Verfahren mit OH-Radikalen oder auch Aktivkohle oder Ozon eine geeignete Nachbehandlung sein.

Bei der Bewertung des CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA handelt es sich um eine Fachmeinung. In jedem Fall entscheidet die kantonale Fachstelle über den Vollzug.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Abwasservorbehandlung /Verfahrenstechnik

Frage:

In Schattdorf UR  wird eine Halle für Wartungsarbeiten für Züge mit Waschanlage gebaut.

Dort wird unteranderem auch der Unterboden der Zugwaggons gereinigt, somit fallen dort Öle und Fette an.

In der SN 592 000 : 2012 von Seite 98 bis 103 werden verschiedene Anlagen mit der benötigten Abwasserentsorgung beschrieben.

Betreffend Waschanlage oder Werkstatt für einen Zug finde ich dort leider nichts, deshalb möchte ich wissen, ob das z.B. wie bei der Gewerblichen Autowaschanlage (SN 592 Punkt 9) oder Autoreparatur- und Servicebetriebe, Werkhöfe (SN 592 Punkt 12) ausgeführt werden darf?

Antwort:

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

Die SN 595’000:2012 kann durchaus hilfreich für die Ausführung eines Waschplatzes für Züge sein. Jedoch ist diese Schweizer Norm bereits acht Jahre alt und in dieser Zeit hat sich der Stand der Technik weiter entwickelt. Ausserdem steht sie im Begriff, revidiert zu werden.

Grundsätzlich ist folgendes zu beachten:

  1. Der Waschplatz muss dicht sein. Das Abwasser darf nicht versickern.
  2. Der Waschplatz sollte überdacht sein. Es ist dafür zu sorgen, dass Regenwasser nur kontrolliert (z.B. als Ergänzung von Waschwasser) in den Waschkreislauf gelangt.
  3. Die Abwasservorbehandlung ist so zu konzipieren, dass bei Einleitung in die Kanalisation die Anforderungen der Gewässerschutzverordnung Anhang 3.2 eingehalten werden.
  4. Das Abwasser ist zu recyclen.

Mit dem Klimawandel und der Knappheit von Trinkwasser, ist bei neuen Waschanlagen eine Kreislaufführung (90%) wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Bei Waschanlagen mit einem Wasserverbrauch ab 2 m³ pro Tag bietet sich eine Kreislaufführung sowieso an. Meistens kann die Waschanlage auch mit einer Regenwassernutzung kombiniert werden, was den Trinkwasserverbrauch und den Verbrauch an Reinigungsmitteln weiter reduziert.

In Ihrem Fall empfehlen wir den Einsatz einer biologischen Abwasservorbehandlung oder einer Spaltanlage.

Biologische Abwasservorbehandlung
Die im Abwasser enthaltenen organischen Verbindungen werden in der biologischen Abwasservorbehandlung einem Abbauprozess unterzogen. Der Abbau erfolgt im Wesentlichen durch Mikroorganismen in Verbindung mit gelöstem Sauerstoff (aerober Prozess) oder unter Sauerstoffauschluss (anaerober Prozess). Dabei entstehen anorganische Verbindungen und Biomasse (Schlamm). Allfällige Schwermetalle lagern sich im Schlamm ab. Der Schlamm ist deshalb als Sonderabfall zu entsorgen.

Spaltanlage
Spaltanlagen sind physikalisch-chemische Abwasserreinigungsanlagen, die speziell geeignet für die Behandlung von Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen sind. Das Prinzip basiert auf der chemischen Abspaltung der Schmutzstoffe vom Wasser. Die geflockten Verunreinigungen werden nachfolgend  physikalisch abgetrennt. Dazu werden verschiedene Filter verwendet. Es werden chemischen Zusätze (Spaltmittel) benötigt, die je nach Abwassermenge beträchtliche Betriebskosten verursachen.

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. G. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir haben im AWA eine Anfrage zu einem neu geplanten Vorhaben zur Bootreinigung im Wasser (Drive-In) von den Herren Kägi und Maiano erhalten.

Anbei die Videos dazu:

Es ist ein sehr interessantes Verfahren, jedoch bei der Ausfahrt, wenn die Schleuse öffnet, gibt es mit Sicherheit eine Trübung im Gewässer. Durch die Reinigung fällt ein Waschwasser an, welches eigentlich in die Schmutzwasserkanalisation gepumpt werden müsste, was jedoch bei dieser Anordnung nicht möglich sein wird.

Was ist eure Meinung bzw. die Meinung des VSA dazu? Wer könnte für die Bewilligung zuständig sein, der jeweilige Kanton, das BAFU?

Anlagen

UBA_DEUTSCHLAND_ANTIFOULING_2018
BERICHT_WAK_S_FEBRUAR_2020_BUNDESHAUS

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf die Anfrage vom 3. März 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik. Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Aus der Präsentation der Firma swiss elementic gmbh geht folgendes hervor:

  1. Verschmutzungen werden in einem grossen Becken darunter zur Entsorgung gesammelt
  2. Es werden keine Chemikalien verwendet

Unterhalb der Maschine befindet sich ein grosses Becken (Reinigungsbecken), in dem der chemische Abfall zur sicheren Entsorgung aufgefangen wird. Das Tor zum Becken öffnet und schliesst sich zwischen den Waschzyklen. Ein externer Partner saugt die chemischen Abfälle nach Bedarf, 2-3 mal pro Jahr aus.

Es handelt sich hier um ein sehr grosses Absetzbecken. Positiv ist der rein mechanische Abtrag und der Verzicht auf Antifouling-Mittel. Problematisch hingegen ist das Öffnen des Tores zwischen den Waschzyklen. Es ist nicht klar, ob ein Austrag der mechanisch abgetragenen Feststoffe aus dem Becken erfolgt und wie gross dieser Austrag ist. Da es bereits Anlagen in Betrieb gibt, schlagen wir vor mit den Betreibern der Anlagen Kontakt aufzunehmen und die bisherigen Erfahrungen zu erfragen. Allenfalls könnte sogar eine Anlage besichtigt werden. Wieso die Firma swiss elementic gmbh von chemischen Abfällen schreibt ist bedarf auch noch einer Klärung.

Bei einem allfälligen Einsatz empfehlen wir:

  • Solche Anlagen sollten ausschliesslich in Bootshäfen eingesetzt werden
  • Es sollten nur Boote gereinigt werden, die keinen Antifouling-Anstrich haben. Dieser müsste allenfalls vorgängig anders entfernt und fachgerecht entsorgt werden
  • Bevor das Tor geöffnet wird sollte möglicherweise eine gewisse Zeit gewartet werden damit keine Feststoffe ins Hafenbecken treten können
  • Es sollte aufgezeigt werden wie verhindert wird, dass Stoffe aus dem Reinigungsbecken austreten (Absaugung mit Filterung, etc.) und wie der Schlamm und Rückstände zu entsorgen sind.

Das Reinigungssystem schein durchaus interessant zu sein, da kupfer- und biozidhaltige Antifoulings dann wegfallen.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir sind ein neues Unternehmen im Bereich Food Waste Verarbeitung.
Unsere Maschine kommt aus Korea und wird in verschiednen Ländern bereits vertrieben und eingesetzt: USA, UK, Deutschland, Österreich, Frankreich etc.

Die Maschine arbeitet wie ein Magen, die Rüstung Speiseabfälle werden durch Enzyme und Wasser komplett zersetzt.

Anbei sende ich Ihnen die Wasserauswertung Zertifikat aus Korea sowie den Beschrieb unseres Produktes.

Bitte teilen Sie mir mit, wenn es irgendwelche Beanstandungen geben sollte oder was ich unternehmen muss um eine Anschlussgenehmigung zu erhalten.
Bei der Einfuhr, gab es keinerlei Probleme.

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 4. Februar 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.

Nach Durchsicht der Homepage www.exbio.ch und den uns gegebenen Informationen kommen wir zu folgenden Schlüssen:

Ihre Anfrage bezieht sich auf ein in der Schweiz nicht erprobtes Verfahren. Deshalb wurde Ihre Anfrage an das CC Industrie und Gewerbe Kernteam des VSA weitergeleitet. Dieses Gremium wird Ihre Anfrage bearbeiten, möglicherweise zusätzliche Informationen verlangen und Ihnen spätestens in vier Wochen abschliessend mitteilen, ob das Verfahren als geeignet betrachtet wird oder ob weitergehende Arbeiten des CC Industrie und Gewerbe eingeleitet werden müssen. Bei der Bewertung des VSA handelt es sich um eine Fachmeinung. In jedem Fall entscheidet die kantonale Fachstelle über den Vollzug.

Die uns abgegebenen Unterlagen genügen nicht, um eine abschliessende Bewertung des Verfahrens durchzuführen. Die Prüfung des Verfahrens mit den vorliegenden Informationen ergibt, dass Speiseabfälle umgewandelt und teilweise (oder ganz) in die Kanalisation entsorgt werden sollen.

Deshalb weisen wir Sie darauf hin, dass Abfälle nicht mit dem Abwasser über die Kanalisation entsorgt werden dürfen. Küchen- und Speiseabfälle stammen aus Einrichtungen, in denen Lebensmittel für den unmittelbaren Verzehr hergestellt werden, wie private Haushalte, Restaurants, Catering-Einrichtungen und Küchen, einschliesslich Gross- und Haushaltsküchen. Da es sich eben um Abfälle handelt dürfen diese nicht in die Kanalisation entsorgt werden. Der Inhaber von Küchen- und Speiseabfällen ist für die vorschriftsgemässe Entsorgung verantwortlich. Er muss dabei sicherstellen, dass seine Abfälle von einem bewilligten Unternehmen entsorgt werden. Die Entsorgung der Küchen- und Speiseabfälle richtet sich in erster Linie nach den Vorschriften der kantonalen Abfall- und Gewässerschutzgesetzgebung (siehe auch Merkblatt des Kantons Bern, Amt für Wasser und Abfall in der Anlage). Zudem unterliegt die Verwertung von Speiseresten tierischen Ursprungs der Tierseuchengesetzgebung und weiter der Verordnung über die Entsorgung tierischer Nebenprodukte. Die Anlage muss u.a. Vorgaben bezüglich Hygienisierung der Speiseresten erfüllen. Ob eine solche Anlage die Anforderungen erfüllt, prüft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Der Link mit den Vorgaben für ein allfälliges Bewilligungsverfahren ist nachfolgend aufgeführt. Der Anlagenvermarkter sollte mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Kontakt aufnehmen und ein allfälliges Bewilligungsverfahren einleiten.

https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierseuchen/entsorgung-von-tierischen-nebenprodukten.html

Vermutlich ist ein solches Bewilligungsverfahren überflüssig, weil das Verfahren bei Einleitung in die Kanalisation grundsätzlich nicht bewilligungsfähig ist. Wir könnten uns jedoch vorstellen, dass das Verfahren als Vorstufe einer Biogasanlage verwendet werden könnte. Dann müsste bei Verarbeitung von tierischen Abfällen die Bewilligung des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen vorliegen.

Gesetzliche Grundlagen

  • Gewässerschutzverordnung SR 814.201

Art. 10 Verbot der Abfallentsorgung mit dem Abwasser
Es ist verboten:
a. feste und flüssige Abfälle mit dem Abwasser zu entsorgen, ausser wenn dies für die Behandlung des Abwassers zweckmässig ist;
b. Stoffe entgegen den Angaben des Herstellers auf der Etikette oder der Gebrauchsanweisung abzuleiten.

Anhang 3.2, Absatz 1, Ziffer c

… Insbesondere muss er dafür sorgen, dass:

  1. verschmutztes Abwasser weder verdünnt noch mit anderem Abwasser vermischt wird, um die Anforderungen einzuhalten; die Verdünnung oder Vermischung ist erlaubt, wenn dies für die Behandlung des Abwassers zweckmässig ist und dadurch nicht mehr Stoffe, die Gewässer verunreinigen können, abgeleitet werden als bei getrennter Behandlung.
  • Verordnung des UVEK vom 18. Oktober 2005 über Listen zum Verkehr mit Abfällen SR 814.610.1
  • Ausführungsverordnung zur VeVA. Abfälle, die im Anhang 1 dieser Verordnung namentlich aufgeführt sind, sind eben Abfälle und nicht Abwässer. Auch wenn diese Abfälle „verflüssigt“ werden, sind es noch Abfälle.
    Hier verweisen wir auf Kapitel 02; Abfälle aus Landwirtschaft, Gartenbau, Teichwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei sowie der Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln
  • Verordnung über tierische Nebenprodukte (VTNP) vom 25. Mai 2011 (Stand am 1. Juni 2018) SR 916.441.22
  • Tierseuchengesetz (TSG) vom 1. Juli 1966 (Stand am 1. Januar 2020) SR 916.40

VSA-Merkblatt / Kantonale Merkblätter

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Ich habe eine Anfrage von einem grösseren Industriebetrieb, welcher eine grosse biologische Abwasserreinigungsanlage (Direkteinleiter) besitzt. Aufgrund seines nährstoffarmen Abwassers muss dieser Betrieb Phosphorsäure zugeben um die Biologie bei Laune zu halten.

Der Betreiber der Abwasseranlage fragt nun aus Kostengründen nach, ob er die klassische Phosphorsäure («Alte» (Bilgram)) durch grüne Phosphorsäure (Abfallprodukt) ersetzen kann.

Gemäss meiner Internetrecherche wird die Grüne Phosphorsäure durch Lösen von Ca3(PO4)2 mit Schwefelsäure hergestellt. Es ist also nicht auszuschliessen, dass dadurch mehr Verunreinigungen in der grünen Qualität zu finden sind als in der klassischen Phosphorsäure.

  • Haltet Ihr diese Umstellung für zweckmässig oder teilt Ihr meine Zweifel hinsichtlich der grösseren Verunreinigungen?
  • Wie würdet Ihr damit umgehen?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf die Anfrage vom 4. Februar 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik. Bei der nachfolgenden Beantwortung handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

In der Gewässerschutzverordnung Anhang 3.2 ist der Grundsatz festgelegt, dass dafür zu sorgen ist möglichst wenig Abwasser und möglichst wenig Stoffe, die Gewässer verunreinigen können, abzuleiten, soweit dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.

Im vorliegenden Fall ist es technisch und betrieblich möglich die reinere Phosphorsäure mit den deutlich tieferen Schwermetallkonzentrationen / Verunreinigungen einzusetzen. Da die Gewässerschutzverordnung im Grundsatz festlegt möglichst wenig Verunreinigungen (in diesem Fall auch Schwermetalle) ins Abwasser zu bringen, geht es hier um die wirtschaftliche Tragbarkeit. Die Definition für «wirtschaftlich tragbar» ist beispielsweise in der Luftreinhalteverordnung (LRV) zu finden und dies im Art. 4 Abs. 3 LRV: Für die Beurteilung der wirtschaftlichen Tragbarkeit von Emissionsbegrenzungen ist auf einen mittleren und wirtschaftlich gesunden Betrieb der betreffenden Branche abzustellen. Gibt es in einer Branche sehr unterschiedliche Klassen von Betriebsgrössen, so ist von einem mittleren Betrieb der entsprechenden Klasse auszugehen. Da Phosphorsäure mit kleiner Schwermetallbelastung /Verunreinigung bisher eingesetzt wurde und auch bei anderen Betrieben für diesen Zweck zum Einsatz kommt, ist von der wirtschaftlichen Tragbarkeit auszugehen.

Der Eintrag an Verunreinigungen (hier auch die Schwermetallfracht) ist möglichst gering zu halten und die Phosphorsäure mit der geringeren Schwermetallkonzentration / Verunreinigungen ist einzusetzen.

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Frage:

Wir betreiben zwei IC Reaktoren von Paques, Baujahr 1999.  Wir hatten im Herbst 2018 grosse Frachtüberschreitungen aufgrund der grossen Obstsaison. Wir arbeiten nun an verschiedenen Fronten um die Probleme künftig in den Griff zu bekommen. Wir gehen das Ganze von der technischen Seite an. Diverse Entlastungsmassnahmen werden umgesetzt. Weiter ist im Dezember eine Inspektion eines Turmes geplant und die Nährstoffversorgung schauen wir auch mit Spezialisten an.

Aufgrund der Prozessdaten habe ich den Eindruck, dass mit der Prozessführung der Wirkungsgrad weiter verbessert werden könnte. Uns fehlt im Hause auch Wissen welches über die Bedienung der Anlage hinaus gehen. Wie führt man einen IC Reaktor mit einem hohen Wirkungsgrad? Welche Parameter sind entscheidend?

Gibt es Kurse, Ausbildungsmöglichkeiten die uns weiterhelfen. Unser Klärmeister ist ein begnadeter Mechaniker, der 1000 andere Aufgaben hat und die AVA nebenbei macht… So kommt er nicht weiter. So kommen wir nicht weiter.

Könnens Sie uns Kontakte angeben die uns weiterbringen?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 20. August 2019.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Optimierung Reaktoren

Zur Optimierung der Reaktoren und deren Betriebsweise empfehlen wir Ihnen eine versierte Fachfirma beizuziehen.
Nachfolgend eine Liste mit Firmen, die im Abwasserbereich tätig sind und Ihnen möglicherweise helfen können. Die Liste entspricht unserem aktuellen Wissensstand.

ecoSign
Quellenstrasse 37
CH-4310 Rheinfelden
Switzerland
Tel.: +41 61 831 41 08
Fax: +41 61 831 41 09
E-Mail: michel.buser@ecosign.ch
Internet: www.ecosign.ch

Dipl.Ing. Judith Andres-Salzmann
Salzmann Ingenieure ZT GmbH
Angelika Kauffmann Straße 5
Tel +43 5574 45524-0
office@salzmann-ing.at

EnviroChemie AG
Twirrenstrasse 6
8733 Eschenbach
Tel. +41 55 286 18 18
office@envirochemie.ch

Dr. Richard Moosbrugger
IB-MR
Kirchdorf 66
6874 Bizau
Austria
Tel.: +43 5514 300 54
Fax: +43 5514 312 36
Email: rm@ib-mr.at
http://www.ib-mr.at/kontakt

Hunziker Betatech AG
Bellariastrasse 7
CH-8002 Zürich
Email: zuerich@hunziker-betatech.ch
T +41 43 344 32 82
https://www.hunziker-betatech.ch/de/index.php

HOLINGER AG
Alpenquai 12
6005 Luzern
Telefon +41 41 368 99 20
https://www.holinger.com/home

Es gibt sicher noch viele weitere Firmen, die wir jedoch nicht alle aufführen können.

VSA Kurse
Der VSA bietet Kurse zur Behandlung von Industrieabwässern an, wobei auf die wesentlichen Grundlagen eingegangen wird. Für Ihren Fall empfehlen wir den

VSA-BUS-Kurs Industrieabwasser, Oberentfelden

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18; bruno.mancini@ag.ch).

Liegenschaftsentwässerung in Industrie und Gewerbe

Frage:

Nach der Richtlinie für die Verwertung mineralischer Bauabfälle (2006, BAFU) wird im Absatz 6-6 erwähnt, dass für mineralische Recyclingbaustoffe, die in loser Form ohne Deckschicht nicht verwendet werden dürfen, Massnahmen zum Schutz der Gewässer erforderlich sind. Die zuständige kantonale Fachstelle legt diese im Rahmen ihrer Bewilligungen fest.

Das BAFU ist daran, eine Vollzugshilfe „Verwertung mineralischer Bauabfälle“ herauszugeben. Gemäss dem Entwurf ist das durch die Brechtätigkeit entstehende Platzabwasser vorschriftsgemäss abzuleiten. Uns stellt sich die Frage, wie solche Recycling-Bauschuttaufbereitungsplätze zukünftig entwässert werden müssen. Je nach Bauabfallkategorie und Zusammensetzung der Recyclingbaustoffe kann das Platzwasser nebst einer starken Trübung, pH-Schwankungen sowie auch PAK sowie sonstige Schadstoffe beinhalten.

Welche Vorbehandlungsanlagen werden zukünftig bei Bauschuttaufbereitungsstellen bei den beiden untenstehenden Varianten gefordert?

Variante 1 – überdachter Bauschuttaufbereitungs- und Lagerplatz

Variante 2 – nicht überdachter Bauschuttaufbereitungs- und Lagerplatz

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 31. Januar 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik. Bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Gemäss aktuellem Entwurf der Vollzugshilfe wird sich gegenüber der bestehenden Wegleitung nicht viel ändern. Zur Entwässerung wird einzig festgehalten, dass „entstehende Platzabwasser vorschriftsgemäss abzuleiten ist“. Weitergehende Bestimmungen zur Abwasserentsorgung sind aktuell nicht zu erwarten.

Somit gilt die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) vom 4. Dezember 2015 (Stand am 1. Januar 2019). Art. 29, Abs. 1

Zwischenlager dürfen errichtet werden, wenn:

  1. sie auf einer wasserundurchlässigen Oberfläche errichtet werden oder in ihnen ausschliesslich unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial gelagert wird;
  2. zum höchstmöglichen Grundwasserspiegel ein Abstand von 2 m eingehalten wird;
  3. die baulichen Einrichtungen gewährleisten, dass das Abwasser von wasserundurchlässigen Oberflächen gesammelt, abgeleitet und nötigenfalls behandelt werden kann.

Zudem gilt die Gewässerschutzverordnung Anhang 3.2 und dort insbesondere auch die Anforderung an den pH-Wert, dieser muss zwischen 6.5 und 9.0 liegen.

So wie der Recyclinggut eingesetzt werden kann, so muss auch der Lager- und Aufbereitungsplatz beschaffen sein (mineralische Baustoffe). Als Beispiel: Recyclingkiessand, der nur unter einer Deckschicht verwendet werden darf, muss somit auch auf einer befestigten Lagerfläche (und somit mit Entwässerung) aufbereitet und gelagert werden. Allgemein sieht es so aus, dass nach den zukünftigen Vorschriften des BAFU Recycling-Bauschuttaufbereitungsplätze befestigt und somit auch entwässert werden müssen. Somit ist naheliegend, dass der Entsprechende Anlagestandort für die Verarbeitung von mineralischen Bauabfällen (zB. Brecher) auch diese Mindestanforderung erfüllen muss. Momentan ist noch vieles offen, zB. ob in jedem Fall ein Schmutzwasseranschluss gefordert wird oder zB. eine Versickerung mit Oberbodenpassage möglich sein wird. Eine Überdachung ist nach unseren Kenntnissen nicht angedacht und auch nicht angebracht. Ist der Lager- und Aufbereitungsplatz auf freiwilliger Basis trotzdem überdacht, empfehlen wir einen Totschacht, sonst eine Entwässerung über eine Feststoffabscheidung (Schlammgrube, Schlammsammler) mit Tauchbogen und/oder nachfolgendem Mineralölabscheider. Falls nötig ist eine Neutralisation nachzuschalten.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV) vom 18. Mai 2005; SR 814.81
  • Verordnung über den Verkehr mit Abfällen (VeVA) vom 22. Juni 2005; SR 814.610
  • Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) vom 1. Juli 1998;SR 814.12
  • Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (Abfallverordnung, VVEA) vom 4. Dezember 2015; SR 814.600
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Bevor die Boote im Herbst ins Winterlager gehen, werden sie meist gewaschen. Diesen Herbst haben wir sämtliche Bootswerftanlagen im Kanton unangemeldet beprobt. Dabei haben wir festgestellt, dass die Anforderungen der GSchV an pH-Wert wie auch Schwermetalle (Zink, Kupfer und Blei) ein Problem darstellen.

Bei allen besuchten Bootswerften fanden Reinigungsprozesse statt. Dabei wurden überall stark saure Reinigungsmittel eingesetzt (die Bootsschalen müssen ja von Kalk und Krustentieren befreit werden). Durch das anschliessende Reinigen mit Hochdruck lösen sich auch Schwermetalle (Herkunft: Antifouling-Bootsanstrich der Boote). Ebenfalls werden Kohlenwasserstoffe abgewaschen.

  1. Halten Sie einen freistehenden INOWA Ölabscheider (Systems H mit wartungsfreier Abscheidetechnik) als die geeignete AVA für den oben beschriebenen Waschprozess?
  2. Der INOWA-Vertreter ist der Meinung, dass nach dem sauren Reinigungsprozess die Boote zusätzlich mit basischem Reinigungsmittel eingeseift und abgespritzt werden müssen, und schon seien die Probleme gelöst (pH-Wert pendelt sich durch Eigenneutralisierung ein und die gelösten Schwermetalle werden als Niederschlag im Abscheider zurückbleiben). Wir sind der Meinung, dass es sich dabei nicht um eine geeignete Lösung handelt.
    Müsste die Anlage nicht mit einer zusätzlichen Neutralisationsanlage inkl. pH-Sonde ausgerüstet werden, um genau die oben beschriebenen Effekte zu erzielen?
  3. Welche Art von AVA ist gemäss heutigem Stand der Technik für einleitend beschriebenes (saures) Wasser mit Schwermetalllösung die geeignetste?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 29. November 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Abwässer aus Bootsreinigungen, Unterhaltsarbeiten etc. sind je nach Beschaffenheit vorzubehandeln und anschliessend in die öffentliche Schmutzwasserkanalisation einzuleiten. Das in die Kanalisation abfliessende Abwasser hat der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 zu entsprechen.

Abtrennung von Schwermetallionen aus Abwasser
Ein hydrodynamischer Schwerkraftabscheider (z.Bsp das System H der Firma INOWA) zur Abtrennung von Schwermetallionen aus dem Abwasser entspricht nicht dem Stand der Technik. Je nach Konzentration der Schwermetallionen wird entweder ein Ionentauscher, eine Spaltanlage oder eine Fällung/Flockung eingesetzt.

Neutralisation
Im beschriebenen Fall handelt es sich um saures Abwasser. Somit liegt der pH Wert ausserhalb der gesetzlich zugelassenen Anforderung (pH Wert zwischen 6.5 bis 9.0). Um dem Stand der Technik zu entsprechen, ist eine pH Messung und pH Regelung zu installieren. Dies ist bei einem Schwerkraftabscheider (z.Bsp das System H der Firma INOWA) nicht vorhanden.

Abtrennung von Kohlenwasserstoffen
Ein hydrodynamischer Schwerkraftabscheider (z.Bsp das System H der Firma INOWA) ist geeignet zur Abtrennung von Kohlenwasserstoffen aus Abwasser.

Fazit

Für dieses Abwasser haben sich bisher Spaltanlagen bewährt. Durch den Einsatz geeigneter Spaltmittel, können Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe entfernt und gleichzeitig der pH Wert eingestellt werden.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancin@ag.ch).

 

Frage:

Gibt es Vorschriften, oder Merkblätter betreffend Bodenabläufe in bestehenden Heizzentralen mit Ölfeuerungen?

Speziell bei offenen Schächten (mit Lochdeckel) die mit einer Pumpe hochliegend in die Kanalisation geführt werden.

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 28. August 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

In Ölheizzentralen mit Bodenabläufen ist sicherzustellen, dass kein Heizöl in die Kanalisation gelangt. Dies geht unter anderem auch aus der Schweizernorm SN 592 000:2012 hervor. Grundsätzlich darf in Ölheizzentralen kein Bodenablauf vorhanden sein. Ist trotzdem ein Bodenablauf vorhanden, ist dieser von Ölinstallationen durch bauliche Massnahmen räumlich zu trennen. Wir verweisen dazu auf das Merkblatt AFU 062 des Kantons St. Gallen mit dem Titel «Gestaltung von Heizräumen bei vorhandenen Bodenabläufen».

Gesetzliche Grundlagen

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini Tel. 062 835 34 18 , Email bruno.mancini@ag.ch.

Frage:

Die Entwässerung eines Waschplatzes für Abfallsammelfahrzeuge wirft uns Fragen auf. Während des Einsammelvorganges verdichtet der LKW die Kehrichtsäcke durch ein Verdichtungssystem bzw. Pressvorgang (siehe auch hier). Die Zusammensetzung des dadurch entstehenden Abwassers kann stark variieren (falls jemand Batterien, Gewässer gefährdende Flüssigkeiten, Gifte via Kehrichtsack entsorgt). Es ist davon auszugehen, dass das Abwasser mit umwelt- bzw. gewässergefährdende Stoffe belastet ist. Wie muss solches Abwasser vorbehandelt werden? Die LKWs werden aussen und innen (Ladevolumen) mit HD und Reinigungsmittel abgespritzt und gereinigt.

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 23. Mai 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Da bei der Reinigung von Abfallsammelfahrzeugen sehr unterschiedliche Abwässer, möglicherweise sogar mit Giftstoffen (Biozide, etc.) und emulgierten Ölen, entstehen, ist aus Sicht der Betriebssicherheit und des Gewässerschutzes für die Behandlung der Abwässer eine klassische, chemische Spaltanlage am besten geeignet. Diese Variante scheint uns die sicherste zu sein. Aus der Praxis kennen wir jedoch verschiedene Möglichkeiten.

Mögliche Vorbehandlungen aus der Praxis

  • In zwei Betrieben wurden klassische, chemische Spaltanlagen eingesetzt. Soweit bekannt, laufen diese Anlagen einwandfrei.
  • In einem Betrieb wurde ein Absetzbecken gefolgt von einem Mineralölabscheider installiert. Auch dort sind keine Störungen durch die Einleitung des Abwassers in die Schmutzwasserkanalisation bekannt. Im Gegensatz zur Spaltanlage würde dort jedoch beispielsweise ein wasserlösliches Biozid nicht zurückgehalten.
  • Einem bekannten Fall wird das Abwasser direkt in den Bunker der KVA geleitet und mit dem Müll verbrannt.
  • Bei Abwässern mit unterschiedlichen Zusammensetzungen ist auch eine Vakuumverdampfung denkbar, dort ist jedoch mit Folgebehandlungen zu rechnen, (pH, etc.).
    Bei Brüdenverdampfern ist auf die Einleittemperatur zu achten.

Hinweis

Grüngut- und Hausmüllcontainer von Privathaushalten werden in der heutigen Praxis vor Ort ausgewaschen und des Reinigungsabwasser wird über Schlammsammler in die Schmutzwasserkanalisation entwässert. Bei dieser Praxis sind uns bis heute keine Störungen von Kläranlagen bekannt. Wichtig dabei ist die Abtrennung von Abfall (Feststoffe) aus dem Abwasser. Dies wird durch den Schlammsammler sichergestellt.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel.G. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Abfall- und Sonderabfallbewirtschaftung

Frage:

Mein Nachbar stellt asiatische Lebensmittel her. Dabei gibt es Produktionsabfälle. Das ist jeweils ein grosser Topf voller „Fettwasser mit Bestandteilen von Hühnern“ drin.
Dieser wurde in der Anfangsphase einfach in den Bodenablauf vor seinem Kellereingang entleert. Bald jedoch stellte sich das Problem das, das Fett den Ablauf dicht machte. Deshalb musste der Kanalreiniger ran. Die Kosten musste Er als Mieter übernehmen.
Jetzt schüttet Er das ganze jetzt einfach hinter dem Haus auf ein Feld von einem Bauern und es fängt mit dr Zeit bestialisch an zu stinken.Ein paar Kollegen meinten bereits das Sie nicht mehr zu mir kommen weil es stinkt.

Ich habe Hilfe auf der Gemeinde gesucht. Dort wurde mir vom Gemeindeschreiber versichert das man das nicht darf. Um etwas zu unternehmen, braucht es aber einen Polizeirapport. Darauf hin langes hin und her mit der Polizei bis sich überhaupt mal jemand vor Ort bewegte. Habe dem Polizisten alles gezeigt. „Ja können Sie denn beweisen das das von Ihrem Nachbarn ist?“, wurde ich gefragt. Ja, ich habe es gesehen, habe ich geantwortet. Auch könnte ich Bilder erstellen von einer Überwachungskamera vor meinem Haus.
Daraufhin gab es Belehrungen von wegen Kameras usw.

Ich sehe das so: Dies ist eine Umweltverschmutzung. Umweltverschmutzungen sind doch Offizialdelikte. Das heisst für mich, dass die Herren Beamten nicht nach Ausreden suchen müssen, sondern Schweizer Recht anwenden sollen.
Deshalb suche ich den entsprechenden Gesetzesartikel. Können Sie mir helfen?

Antwort:

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

Gemäss Gewässerschutzverordung ist das Versickern von verschmutztem Abwasser verboten.

Gewässerschutzverordnung SR 814.201

Art. 8 Versickerung
1 Das Versickernlassen von verschmutztem Abwasser ist verboten.

Weiter kann die Behörde bei Gewerbe- und Industriebetrieben, deren verschmutztes Abwasser bei Einleitung in die Kanalisation den Betrieb der Kanalisation erschwert oder stört, eine entsprechende Vorbehandlung verlangen. Bei fetthaltigem Abwasser aus der Lebensmittelproduktion ist die Vorbehandlung über einen Fettabscheider angezeigt.

Art. 7 Einleitung in die öffentliche Kanalisation
1 Die Behörde bewilligt die Einleitung von Industrieabwasser nach Anhang 3.2 oder von anderem Abwasser nach Anhang 3.3 in die öffentliche Kanalisation, wenn die Anforderungen des entsprechenden Anhangs eingehalten sind.

2 Sie verschärft oder ergänzt die Anforderungen, wenn durch die Einleitung des Abwassers:

  1. der Betrieb der öffentlichen Kanalisation erschwert oder gestört werden kann;

Soweit unsere Informationen zum Abwasser. In jedem Fall bitten wir Sie mit der Kantonalen Fachstelle Kontakt aufzunehmen, insbesondere auch zu Fragen über Abfälle.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 / Email bruno.mancini@ag.ch).

Lagerung von wassergefährdenden Stoffen

Frage:

Im Leitfaden «Lagerung gefährlicher Stoffe» wird punkto Gewässerschutz bei einigen Lagerklassen folgende Anforderung gestellt (Beispiel Lagerklasse 10/12):


Wie ist das zu verstehen? Müssen Mengen über 100kg über einer Auffangwanne UND in einem als abflusslose Wanne ausgebildeten Raum gelagert werden?

Wir erachten das als schwierig umzusetzen bzw. als Behörden zu vollziehen und haben uns deshalb folgende Überlegungen gemacht:

  • Bei Stoffen die in einem Gefahrenstoffschrank gelagert werden (v.a. Kleingebinde), werden unabhängig von der Gesamtlagermenge keine Ansprüche an den Lagerraum gestellt.
  • Bei der Lagerung von einem 1000l IBC Container bzw. Fässer über einer Auffangwanne, darf in einem Radius von ca. 30m kein Bodenablauf vorhanden sein.
  • Bei Lagerungen von mehr als 1000l muss neben der Auffangwanne auch der Raum eine abflusslose Wanne bilden.

Wir haben auch eine Unterscheidung der Anforderungen abhängig  davon, ob es sich um ein Lager oder ein Betriebsmitteltank handelt, diskutiert. Einerseits wird bei einem Betriebsmitteltank eine Leckage schneller entdeckt, andererseits ist das Risiko dass es zu einem Leck (z.B. durch Fehlmanipulationen) kommt höher. Diese Unterscheidung scheint uns deshalb nicht zielführend.

Wie sehen Sie das?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 21. Oktober 2019 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Der erste Teil unser Antwort bezieht sich auf das Thema Anfall von Löschwasser:

Grundsätzlich kann in solchen Fällen der Leitfaden Löschwasserrückhalt LW-Rückhalt herangezogen werden. In diesem Leitfaden wird zusammen mit zB. der Wassergefährdungsklasse und der Lagermenge entschieden (Tabelle Seite 6), inwieweit ein Löschwasserrückhalt nötig ist und wie gross das benötigte Volumen sein muss.

Der Fokus sollte immer auf den konkreten Lagerstoff, dessen Wassergefährdung (hinsichtlich Gewässerschutz) und die Lagermenge gerichtet werden, falls es um den Entscheid geht, ob ein LW-Rückhalt benötigt wird. Ein allgemeiner nur mengenbasierter Entscheid über Rückhaltemassnahmen ist schwierig.

Gefahrstoffschrank:

Diese Vorrichtungen verfügen idR. auch über das nötige Auffangvolumen bezüglich der Lagerung, der Raum muss somit nicht abflusslos sein.

LW-Anfall: Stoffe in einem Gefahrenstoffschrank oder einem Gefahrenstofflager sind in der Regel geschützt und es sollte im Schrank/Raum durch die Feuerwehr oder Sprinkler nicht gelöscht werden. Bei Lagern in geprüften Brandschutz-Containern/Räumen mit im Brandfall automatisch schliessenden oder geschlossenen Türen fällt in der Regel kein Löschwasser an. Zu beachten wäre dort, dass bei steigendem LW-Pegel offen gelagerte feste Stoffe in Lösung gehen könnten (zB. Cyanide).

Lagerung IBC-Container und Fässer:

Im Allgemeinen können wir Ihren Ausführungen folgen. Das „Augenmass“ spielt auch immer eine Rolle.

Lager vs Betriebsmitteltank:

Eine Unterscheidung ist tatsächlich nicht sinnvoll, auch hier gilt: VEZ = verhindern, erkennen, zurückhalten (Forderung aus dem GSchG, SR814.20, Art. 22)

Für weitere Fragen oder eine mündliche Diskussion stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Patrick Locher (Tel. 031 / 633 39 62; Email: patrick.locher@bve.be.ch).

Absicherung und Entwässerung von Güterumschlagplätzen

Frage:

Ich habe zum Thema Tankstellenentwässerung eine Frage.

Gerne würde ich mich bei Ihnen erkundigen betreffend dem „mediumsbeständigen Belag“ welcher z.B. Beton sein kann.

Welche Alternativen zum Beton gibt es?

Kann Asphalt eingesetzt werden in diesem Bereich?

Oder gibt es sogar eine Lösungsvariante mit Verbundsteinen?

Antwort:

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

 

Grundsatz

Betankungs- und Umschlagplätze für wassergefährdende Stoffe sind dicht und mit mediumsbeständigem Belag auszuführen, damit ein Versickern von Flüssigkeiten verhindert werden kann.

 

Definition

Unter dem Begriff mediumsbeständig versteht sich im allgemeinen folgendes:

Der Werkstoff (beispielsweise Beton) behält seine charakteristischen mechanischen (z. B. Festigkeit), physikalischen (z. B. Färbung) und chemischen (z. B. Gemisch) Eigenschaften trotz beliebig langen Kontaktes mit dem Medium (z. B. Benzin) unverändert bei. Da dieser Idealzustand praktisch nie vorkommt, gilt in der Technik ein Werkstoff durchaus noch als „beständig“, der nur sehr langsam angegriffen wird.

 

Alternativen zu Beton

In der Literatur sind diverse Publikationen auffindbar mit Listen von Werkstoffen und deren Mediumsbeständigkeit (z.B. bürkert Beständigkeitstabelle, siehe Anlage). Aus diesen Listen gilt es nun den Werkstoff zu finden, der gleichzeitig gegenüber Benzin, Diesel, Biodiesel, Harnstofflösung (Adblue), etc. (allen Substanzen, die vorkommen) beständig ist.

 

Mechanische Beanspruchung

Neben dem Aspekt der Beständigkeit ist auch die mechanische Stabilität des Werkstoffes entscheidend. Denn die mechanische Beanspruchung des Bodens ist bei einer Tankstelle erheblich. Die Fahrzeuge sind bis mehrere Tonnen schwer. Werden weiche Werkstoffe (Kunststoffe, Asphalt, etc.) eingesetzt kann es sein, dass diese öfters zu ersetzen sind. Denn der Boden sollte nicht nur mediumsbeständig sondern auch dicht sein, da ja kein wassergefährdender Stoff in den Untergrund versickern soll.

 

Einsatz von Asphalt

In der Praxis wird Beton und Asphalt bei Tankstellen- und Umschlagplätzen eingesetzt. Jedoch ist die Medienbeständigkeit und die mechanische Beständigkeit von Beton besser als die von Asphalt. Der Ersatz des Asphalt-Belages könnte deshalb öfters nötig sein als bei Plätzen mit Beton. Dies ist jedoch auch abhängig von der Frequentierung und den Fahrzeugtypen (Motorräder, Autos, Lastwagen, Kettenfahrzeuge, etc.) und auch ein Grund weshalb mehrheitlich Beton eingesetzt wird.

 

Lösungsvariante mit Verbundsteinen

Auf dem Markt gibt es Lösungsvarianten mit Verbundsteinen. Dabei handelt es sich jedoch um spezielle Systeme mit dichten Fugen. So beispielsweise das TASIKO System der Firma Kortmann Beton aus Deutschland (siehe Katalog). Der Einsatz dieses Systems in der Schweiz ist uns jedoch nicht bekannt.

 

Melde – und Bewilligungspflicht

In den Gewässerschutzzonen S1 und S2 dürfen keine Tankstellen erstellt werden. Innerhalb der Grundwasserschutzzone S3, Grundwasserschutzarealen, Gewässerschutzbereichen Ao / Au  und Zuströmbereichen Zo / Zu sind Tankstellen bewilligungspflichtig. In den übrigen Bereichen  sind Tankstellen meldepflichtig.

 

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Schadenvorsorge, Störfallprävention in Betrieben

Frage:

Ich bin aktuell damit beschäftigt das Konzept für unsere Automatisierungslösung «Neutralisierung von gewerblichem / industriellem Abwasser» zu überarbeiten. Dabei ist eine Frage aufgetaucht, wo ihr mir ev. direkt oder mit den passenden Unterlagen weiterhelfen könntet:

Betriebsstrategien bei einem Havariefall

Ist die Variante a) zulässig, oder muss unter allen Umständen eine Einleitung von saurem/alkalischem Abwasser verhindert werden?

Wir möchten dem Kunden drei Betriebsstrategien im Havariefall* zur Auswahl geben:

  1. Alarmierung. Einleitung von Abwasser mit Inkaufnahme einer Grenzwertverletzung. Die Daten werden aufgezeichnet (pH, T, Durchfluss), die Behörden und die Kläranlage müssen umgehend informiert werden.
  2. Alarmierung. Der Zufluss zur Kanalisation wird geschlossen, der Notüberlauf ergiesst sich in den Raum, der Raum wird als Stapelbecken genutzt.
  3. Alarmierung. Der Zufluss zur Kanalisation wird geschlossen, der Notüberlauf wird in ein Stapelbecken geleitet, oder das Abwasser wird über eine Fasspumpe in ein Stapelbecken gefördert

*Einleitbedingungen können aufgrund eines Betriebsausfalles nicht mehr gewährleistet werden (pH<6.5, >9, T>60°C). Mögliche Ursachen: Stromausfall, Anlagenteile defekt, Anlagenteile verstopft, Chemikalien leer, falsche Chemikalien angeschlossen, Betrieb ausserhalb der Spezifikaitonen (pH-Wert, Pufferkapazität, Abwassermenge).

Mit diesen Varianten möchten wir die Kunden in erster Linie sensibilisieren, da die meisten Ursachen bei einem Betriebsausfalls letztlich auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sind  (d.h. falls sie Variante a) wählen, gehe ich davon aus, dass sie die Wartungs- und Servicearbeiten sehr ernst nehmen würden).

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 10. März 2020 im VSA Forum des CC Industrie und Gewerbe zum Thema Stand der Technik.
Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.
Zuständig für den Vollzug ist die jeweilige kantonale Fachstelle. Die Kantonale Fachstelle entscheidet über die Vorgehensweise.

Es ist verboten Abwasser abzuleiten, das nicht den Anforderungen der Gewässerschutzverodnung (GSchV) entspricht. Die bewusste Einleitung von Abwasser mit Inkaufnahme einer Grenzwertverletzung ist strafbar und nicht erlaubt.

Die Sorgfaltspflicht gilt. Es muss so vorgegangen werden, dass nur gesetzeskonformes Abwasser eingeleitet wird.

Neben Ihren Varianten b) und c) könnte möglicherweise eine Chargenneutralisation sinnvoll sein.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Bundesgesetz über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) vom 7. Oktober 1983; SR 814.01
  • Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) vom 24. Januar 1991; SR 814.20
  • Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998; SR 814.201

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 02 835 4 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wir erhalten immer wieder Anfragen von ausländischen Firmen bezüglich temporären Ölheizungen z.B. für Festzelte oder Bautrocknungsanlagen.In der Beilage senden wir Ihnen das Mail inkl. Foto einer solchen Anlage. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie uns die untenstehenden Fragen beantworten könnten. Uns ist nicht klar, wie wir solche Anfragen zukünftig korrekt beantworten. Wie wird mit solche Anlagen in anderen Kantonen umgegangen?

Gibt es ein Bewilligungsverfahren für temporäre Ölheizungen?

Wenn ja, ist es abhängig von der Nutzungsdauer?

Gibt es Vorschriften über die Prüfung der Heizungen ( Regelmäßigkeit) ?

Antwort:

Wir nehmen Bezug auf Ihre Anfrage vom 17. Dezember 2018 und beantworten diese aus Sicht des Gewässerschutzes. Die Bereiche Lufthygiene und Energie werden nicht vom VSA behandelt.

Bei der nachfolgenden Beantwortung Ihrer Anfrage handelt es sich um die Fachmeinung des VSA.

Der Heizöltank untersteht grundsätzlich der Melde- oder Bewilligungspflicht. Die Anlagen sind nach Anordnung der kantonalen Behörde zu melden oder bewilligen zu lassen. Im Kanton Aargau beispielsweise, sind temporäre Tankanlagen meldepflichtig und wenn diese länger als sechs Monate am gleichen Ort betrieben werden bewilligungspflichtig.

Im Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG) wird in Artikel 22 der Umgang mit wassergefährdender Flüssigkeit umschrieben. Nachfolgend das Wichtigste aus Artikel 22:

  • Die Inhaber von Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten müssen dafür sorgen, dass die zum Schutz der Gewässer erforderlichen baulichen und apparativen Vorrichtungen erstellt, regelmässig kontrolliert und einwandfrei betrieben und gewartet werden.
  • Anlagen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten dürfen nur von Personen erstellt, geändert, kontrolliert, befüllt, gewartet, entleert und ausser Betrieb gesetzt werden, die auf Grund ihrer Ausbildung, Ausrüstung und Erfahrung gewährleisten, dass der Stand der Technik eingehalten wird.
  • Stellen der Inhaber einer Anlage mit wassergefährdenden Flüssigkeiten oder die mit dem Betrieb oder der Wartung betrauten Personen einen Flüssigkeitsverlust fest, so melden sie dies unverzüglich der Gewässerschutzpolizei. Sie treffen von sich aus alle Massnahmen, die ihnen zugemutet werden können, um drohende Gewässerverunreinigungen zu verhindern.

Die Konferenz der Vorsteher der Umweltschutzämter der Schweiz (KVU) hat ein Merkblatt zur Melde- und Bewilligungspflicht herausgegeben.

Unter dieser Internetadresse finden Sie weitere Hinweise zum Umgang mit Tankanlagen und wassergefährdenden Flüssigkeiten.

Weitere nützliche Informationen

In der Schweiz erhalten Vollzugsbehörden sowie Industrie- und Gewerbebetriebe Informationen und Hinweise für die Anwendung des Begriffs «Stand der Technik» bei der Beurteilung von Abwässern im Dokument Stand der Technik im Gewässerschutz.
Die eidgenössische Gewässerschutzverordnung (GSchV) vom 28. Oktober 1998 verlangt von den industriellen und gewerblichen Betrieben, dass sie bei den Produktionsprozessen und der Abwasserentsorgung die nach dem Stand der Technik erforderlichen Massnahmen treffen.

Für die EU-Staaten gilt die Richtlinie 96/61/EG des Rates vom 24. September 1996 (IVU-Richtlinie) über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (Directive 96/61/EC – Integrated Pollution Prevention and Control – Directive IPPC).
Der Stand der Technik wird in branchenbezogenen Dokumenten oder Querschnittsdokumenten, sogenannten BREF’s (BAT Reference Documents) festgehalten.

In Deutschland sind die Anforderungen gemäss BVT (Beste Verfügbare Techniken – gleichbedeutend mit Stand der Technik), in den Anhängen der Abwasserverordnung AbwV branchenbezogen aufgeführt. Diese Verordnung soll ausdrücklich der Umsetzung der Richtlinie 96/61/EG dienen.

In Österreich gilt die AAEV, Verordnung über die Allgemeine Begrenzung von Abwasseremissionen in Fliessgewässer oder öffentliche Kanalisationen. Für viele Herkunftsbereiche ist der Stand der Technik in gesonderten Verordnungen, den AEV, abgebildet. Die Auflistung der verschiedenen AEV finden Sie im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes.