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VSA-Eignungsatteste für Renovations- und Reparaturverfahren (QUIK)

QUIK ist die Abkürzung für: «Qualitätssicherung in der Kanalsanierung». In der erstmals 2002 publizierten VSA-Richtlinie QUIK sind die Grundlagen und das Verfahren für die Zertifizierung von Instandsetzungs- und Sanierungsverfahren mit dem sogenannten «VSA-Eignungsattest» definiert. Die Richtlinie wurde überarbeitet und im Sommer 2018 neu publiziert.

Die Durchführung des entsprechenden Verfahrens erfolgt durch die QUIK-Geschäftsstelle beim VSA. Sie prüft die eingehenden Gesuche der interessierten Firmen und erteilt bei Erfüllung der gestellten Bedingungen das VSA-Eignungsattest. Das Antragsformular finden sie am Ende der Seite.

FAQ QUIK-Zertifizierungen

Frage:

Ein im Kanton Freiburg tätiges Pharmaunternehmen leitet Betriebswasser mit hohem Sulfatgehalt ein (mehr als 3000 mg/l in der Biomasse und der Neutralisationsreagenz enthalten). Schwefelwasserstoff bildet sich in unterschiedlichen Konzentrationen im Betonsammler nach der Baustelle. Es werden Korrosions- und Geruchsprobleme festgestellt. Trotz Behandlung an der Quelle (Wasserstoffperoxid-Dosierung, Belüftung im Ausgleichsbecken, Redox-Sensor, Beseitigung des bevorzugten Abwasserwegs) ist H2S immer noch in der öffentlichen Kanalisation vorhanden (1 bis 200 ppm).

Frage 1

Haben Sie ein Feedback zum Thema Schwefelwasserstoff in der öffetlichen Kanalisation und welche Technik ist am besten verfügbar, um die Bildung dieses giftigen und ätzenden Gases im Kanalisationsnetz zu kontrollieren?

Frage 2

Gibt es ähnliche Fälle in der Schweiz und wie wurden sie von den Aufsichtsbehörden behandelt?

Antwort:

Antwort 1:

Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein wasserlösliches Gas und ist in der Kanalisation überall vorhanden. Kondensiert Wasserdampf an kalten Wänden oder Metallkonstruktionen in der Kanalisation löst sich der sauer und korrosiv wirkende Schwefelwasserstoff im Wasser und zerstört Beton- und Metallteile. Zudem hat Schwefelwasserstoff einen typischen, nach faulenden Eiern riechenden Gestank. Beim Problemen mit Schwefelwasserstoff gibt es drei Strategien:

  1. Es werden ausschliesslich Kunststoffe als Kanalisationsmaterialien verwendet.
    Beim Einsatz von Kunststoffen gibt es zwar keine Probleme mit Korrosion jedoch bleibt die Geruchsproblematik bestehen. Die Gerüche können dann mit Biofiltern vermieden werden.
  2. Einsatz von Eisensalzen
    Zweiwertige Eisensalze bleiben in Lösung und reagieren vorrangig mit Schwefel. Die Reaktion mit anderen Inhaltsstoffen erfolgt nur in geringem Mass. Eisen-II- Ionen bleiben über eine lange Strecke in Lösung und können sofort mit dem Sulfid des Schwefelwasserstoffs reagieren sobald es gebildet wurde. In der Regel reicht eine einzige Dosierstelle aus um eine Kanalstrecke von mehreren Kilometern frei von Schwefelwasserstoff zu halten. Ein Ausflocken und damit ein Absetzen in den Kanälen ist nur sehr gering und vernachlässigbar gegenüber anderen Inhaltsstoffen im Abwasserkanal. Durch das gefällte Eisensulfid kommt es gemäss unseren Erfahrungen nicht zu Ablagerungen im Kanal. Die Sielhaut wird jedoch nach kurzer Zeit schwarz eingefärbt. Dies kann aber nicht als Ablagerung bezeichnet werden.
  3. Belüftung
    Die Entstehung von Schwefelwasserstoff wir verhindert bei einem Überschuss an Sauerstoff. Es besteht deshalb auch die Möglichkeit den entsprechenden Kanalisationsabschnitt zu belüften ( DRAUSY-SCHLAUCHSYSTEM).

Antwort 2:

Die Entstehung von Schwefelwasserstoff ist ein weit verbreitetes Phänomen. Beispielsweise bei Lebensmittelproduktionen und bei Druckleitungen kommt Schwefelwasserstoff häufig im Abwasser vor. Je nach Problemstellung wird dann eines der oben beschriebenen Verfahren angewendet.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, bitte wenden Sie sich dazu an Herrn Bruno Mancini (Tel. 062 835 34 18 und/oder Email bruno.mancini@ag.ch).

Frage:

Wenn ein Gebäude direkt an eine kommunale Schmutzwasserleitung anschliessen kann, ist dann das Mindestgefälle von 1.5 % (gemäss SN 592 000) ebenfalls einzuhalten? Kommunale Leitungen haben ja oftmals viel geringere Gefälle.

Alternativ könnte ein Pumpschacht gebaut, oder das Gebäude höher gesetzt werden. Was sind die Vor- und Nachteile?

Antwort:

Die SN 592 000 gilt für Anlagen der Liegenschaftsentwässerung. Im Unterschied zu öffentlichen Abwasserleitungen fliesst dort nicht ständig Schmutzwasser, sondern nur, wenn im Haus irgendwo Wasser gebraucht wird. Deshalb sind die Anforderungen an das Gefälle höher als für öffentliche Leitungen. Zu berücksichtigen ist sicher auch, wie viel und wie stetig Abwasser produziert wird.

Grundsätzlich sind Sie an die Norm gebunden. Wenn ein Planer sich nicht an die Vorgaben der Norm hält, übernimmt er die volle Verantwortung für allfällige Konsequenzen resp. betriebliche Probleme (wegen Ablagerungen).

 

Vorteil des Pumpschachtes: Das Gebäude ist automatisch gegen Rückstau aus der öffentlichen Kanalisation geschützt.

Vorteil des Höhersetzens der Gebäude: die Gebäude sind gegen Oberflächenabfluss (bei Starkregen) geschützt. Siehe dazu auch https://www.schutz-vor-naturgefahren.ch/architekt/unterstuetzung/D0260.html

Frage:

Können Firmen sich für den Durchmesserbereich 150 bis 1000 mm zertifizieren lassen. Gibt es
Systeme, die diesen ganzen Bereich abdecken?

Antwort:

Firmen sind grundsätzlich frei den Systembereich zu definieren. Der Unternehmer muss selbst wissen, welche Dimensionen er bearbeiten kann. Aus meiner Sicht kann die Zulassungsprüfung (Material, Unternehmer) einmalig für den gesamten Bereich erfolgen. Anschliessend müssten jedoch gemäss 4.2.3 der QUIK-Richtlinie drei Testobjekte aufgebaut werden.

  • Zulassungsbereich DN 80 bis kleiner 250 (Vorliegend dann 150 bis kleiner 250) mit Testobjekt DN 125/150
  • Zulassungsbereich DN 250 bis DN 800 mit Testobjekt DN 400
  • Zulassungsbereich > DN 800 bis 100 mit Musterbaustelle DN 1000

Frage:

Welche Versionen der SN 592000 gab / gibt es?

Antwort:

  1. Ausgabe 1981 (grünes Heft): Richtlinien für die Entwässerung von Liegenschaften: Erster Teil: Grundstücksentwässerung
  2. Ausgabe 1990 (erstes ‘braunes Buch’): SN 592 000: Planung und Erstellung von Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung (VSA und SSIV Schweizerischer Spenglermeister- und Installateurverband)
  3. Nachträge 1993 bis 1996 (zu Themen innerhalb des Gebäudes)
  4. Ausgabe 2002: SN 592 000: Planung und Erstellung von Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung (VSA und SSIV Schweizerischer Spenglermeister- und Installateurverband)
  5. Ausgabe 2012: Aktuelle Ausgabe: Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung – Planung und Ausführung (VSA und suissetec)

Eine Aktualisierung der Ausgabe 2012 ist momentan im Gange. Die Publikation der neuen Ausgabe ist 2023 geplant.

Liste der gültigen VSA-Eignungsatteste

Die folgende Tabelle zeigt die Firmen und Systeme, welche das Verfahren erfolgreich durchlaufen und ein VSA-Eignungsattest erhalten haben. Die Gültigkeitsdauer beträgt jeweils drei Jahre. Sie können die Atteste durch Anklicken des Dateilinks einsehen.

Die Liste aller gültigen VSA-Eignungsatteste kann nachfolgend als PDF herunter geladen werden.

Vom VSA werden nur Sanierungsverfahren mit dem VSA-Eignungsattest zur Anwendung empfohlen. Zudem empfehlen wir, den Prüfbericht/Systembeschrieb, welcher Bestandteil des VSA-Eignungsattests ist, von den Unternehmern einzufordern.

Alle Zertifikate zum Download

FirmaSystemgültig bis

QUIK Zertifikat Linersysteme für öffentliche Kanäle
AB Marti AG, MurteniMPREG Liner GL1630.09.2023
AKASAN AG, WängiImpreg GL 1631.03.2023
Arpe AG, BucktenAlphaliner 500G31.01.2023
Fretz Kanal-Service AG, Cham 2Impreg-Liner GL1631.03.2022
Fretz Kanal-Service AG, Cham 2IMPREG GL16 Dampfhärtung31.05.2022
Geiger Kanaltechnik AG, FrickImpreg Liner31.01.2021
GKS Cahenzli AG, RainBerolina Liner30.04.2022
GKS Cahenzli AG, RainSaertex-Liner®Typ S+30.04.2022
ISS Kanal Services AG, BoswilAlphaliner 1800HP30.04.2021
Kanaltec AG, BalgachKanaltec Brandenburger BB 2.531.12.2023
Kanaltec AG, BalgachSaertex-Liner® Typ S+31.01.2022
KA-TE Insituform AG, WaldkirchKA-TE Insituform Insituform Liner30.11.2021
KFS Kanal-Service AG, OensingenSchlauchrelining ‚iMPREG-Liner‘31.08.2021
KFS Kanal-Service AG, OensingenKFS-Liner warmhärtend31.05.2022
Liaudet-Pial SA, Renens VDLiaudet Impreg GL1631.12.2023
SCRASA SA, SatignyBrandenburger Liner BB 2.530.04.2021

QUIK Zertifikat Linersysteme für Grundstücks- und Hausanschlussleitungen
ABAG Kanalsanierung, HerisauBrawoliner XT28.02.2021
AB Marti AG, MurtenFlexi FT Tube mit EP 5031.10.2023
AKASAN AG, WängiBrawoliner XT mit EP 6031.12.2022
AKS Kanalsanierung GmbH, ZürichBrawoliner XT mit EP 6031.01.2022
Arpe AG, BucktenRS Maxliner Flex S mit MaxPox 15/2031.07.2021
Ersotech AG, LuzernBrawoliner XT mit EP 5031.12.2021
Fretz Kanal-Service AG, Cham 2Brawoliner mit EP 5030.09.2023
Geiger Kanaltechnik AG, FrickBrawoliner mit EP6031.08.2021
GKS Cahenzli AG, RainVFG Pro Flex mit Biresin EP7031.01.2023
H. Reich Kanalsanierung AG, KaiseraugstPAA-F-Liner werkseitig imprägniert30.09.2021
H. Reich Kanalsanierung AG, KaiseraugstPL Flexliner 3D30.11.2023
Hans Hächler Holding AG, WettingenPAA-F-Liner31.05.2022
Hans Hächler Holding AG, WettingenRoboliner 1030.09.2021
ISS Kanal Services AG, BoswilFacility-Liner mit EP50 Dampfhärtung31.05.2022
kanaltech solution GmbH, SolothurnBrawoliner XT HT, dampfhärtend30.06.2021
Kansani AG, St. GallenFlex tt 38s mit EP 5030.09.2022
KIBAG Kanaltechnik AG, FällandenBrawoliner EP 6030.06.2022
KIBAG Kanaltechnik AG, FällandenPL ® Flexliner EP 6030.06.2022
Mökah Kanalsanierungen AG, HenggartPAA-F-Liner, werkseitig imprägniert31.05.2021
Montalta Kanalservice AG, IlanzFlexi SF Tube mit EP 5031.10.2023
prübo gmbh, Bargen BEBrawoliner XT HT31.08.2021

QUIK Zertifikat für Robotersysteme
AKS Kanalsanierung GmbH, ZürichAKS Roboterverfahren mit Harz 1431.08.2023
GKS Cahenzli AG, RainKA-TE Roboter mit Epoxonic®30.09.2021
ISS Kanal Services AG, BoswilKA-TE Roboter mit SikaRoboTec 6131.03.2021
KRT Kanal-Service AG, SempachKA-TE Roboter mit Epoxonic®30.04.2021