Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter

Die traditionelle Siedlungsentwässerung hat dem Schutz des Menschen vor der Natur erste Priorität beigemessen. Im Laufe der zunehmenden Urbanisierung hat inzwischen ein Umdenken stattgefunden. Denn es hat sich gezeigt, dass der alte Ansatz zu siedlungshydrologischen Problemen führt. Anstatt alles anfallende Abwasser möglichst rasch aus dem Siedlungsgebiet abzuleiten, sucht man heute nach Möglichkeiten, wie das Niederschlagswasser möglichst langsam in einen natürlichen und kleinräumigen Wasserkreislauf eingeführt werden kann. Die Gewässerschutzgesetzgebung des Bundes unterstützt diesen Ansatz und gibt der Versickerung des unverschmutzten Niederschlagswassers den Vorrang vor der direkten Einleitung in ein Gewässer. In dritter Priorität verbleibt die Ableitung im Mischabwasser (zusammen mit dem Schmutzabwasser) auf die ARA eine zulässige Option.

Der gute Umgang mit dem Niederschlagswasser (integrales Regenwassermanagement) ist ein wichtiges Anliegen des VSA. Denn ein solches Regenwassermanagement dient weit mehr als nur einer funktionierenden Siedlungsentwässerung. Es weist u.a. folgende Vorteile auf:

  • Regenwasser, das nicht sofort in den Untergrund „verschwindet“, kann bewusst als Gestaltungselement in der Siedlung eingesetzt werden
  • Es fördert die Biodiversität.
  • Es hat einen kühlenden Effekt und reduziert die Auswirkungen von lokalen „Hitzeinseln“ in städtischen Gebieten.

VSA-Richtline Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter

Titelblatt der VSA-Richtlinie Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter

Wichtige Grundsätze zum guten Umgang mit dem Niederschlagswasser finden sich in der VSA-Richtlinie Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter (2019). Weitere Informationen zu umweltverträglichen Materialien und Massnahmen an der Quelle finden Sie unten auf dieser Seite im Download-Bereich .

Korrigenda zur Richtlinie

Nachfolgend finden Sie alle bisher bekannten Korrekturen in der Richtlinie „Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter“:

betrifft die DE und FR Version:
Kapitel 5.3 
Verweisfehler auf S. 42 des Basismoduls. Mit den Diagrammen im Anhang 2 des Moduls DA kann keine Zuflussspitze berechnet werden. Die Zuflussspitze kann z.B. mit Hilfe der VSS-Norm SN 640 350 bestimmt werden.

Verweise/Referenzen
S. 12
[60] BAV Richtlinie „Stand der Sicherheitstechnik für Eisenbahninfrastrukturen“ (2011) wurde ersetzt durch die BAV Richtlinie “ Massnahmen für Eisenbahninfrastrukturen gemäss Störfallverordnung im Rahmen eines Plangenehmigungsverfahrens“ (2019)

S. 12

betrifft die DE und FR Version:
Seiten 29, 40 und 44 beinhalten einen veralteten Verweis: SN 640 350 (Ausgabe 2000). Richtig ist der Verweis auf die aktuelle Ausgabe: SN 640 350 (Ausgabe 2019)

betrifft die DE und FR Version:
Vorzeichenfehler in Gleichung DB11 – Seite 35 von Modul DB

Gleichung DB11

Betrifft die DE und FR Version:
Die Abbildung 1 wurde ersetzt. Die Empfehlung mit der aktualisierten Abbildung kann auf der Webseite der KBOB heruntergeladen werden: https://www.kbob.admin.ch/kbob/de/home.html

Weitere Fehler / Korrekturen melden Sie bitte dem VSA: yvonne.gander@vsa.ch 

Stellenwert

Die 2019 veröffentlichte Richtlinie löst folgende Richtlinien und Publikationen ab:

  • Richtlinie Regenwasserentsorgung 2002
  • Wegleitung Gewässerschutz bei der Entwässerung von Verkehrswegen
  • Abwassereinleitungen in Gewässer bei Regenwetter (STORM):
    • Richtlinie für die konzeptuelle Planung von Massnahmen (2007)
    • Technische Richtlinie (2013)

Aufbau und Bezug der Richtlinie im VSA-Shop

Ein Überblick und weiterführende Inforationen zu Inhalt und Aufbau der Richtlinie bietet der Aqua&Gas-Fachartikel, No 4 | 2019. Die Richtlinie kann wie folgt bezogen werden:

Basispaket

Gesamtpaket 

Zusatzpaket

Die Register 2, 3 und 5, die im Basispaket nicht enthalten sind, können ohne Ordner bezogen werden. Das Zusatzpaket ist gedacht für Bezüger, die bereits das «Basispaket» bestellt haben und nachträglich die restlichen Module beziehen möchten. Der Bezug des Zusatzpakets ist im Laufe des Sommers 2020, mit Veröffentlichung des Modul G (Register 2), möglich.  Sofern Sie bereits früher auf die bestehenden Register 3 und 5 angewiesen sind, melden Sie sich bei evelyn.maechler@vsa.ch

Modul G

Ausstehend ist das Modul G (Modul Gewässeruntersuchung), welches im Gesamtpaket inkludiert ist. Es wird voraussichtlich im Laufe des Frühlings 2020 verfügbar sein. Bezüger des Gesamtpaketes erhalten das fehlende Modul G zu gegebener Zeit per Post bzw. als PDF per Mail. 

Weitere Dokumente

Folgende Dokumente stehen im Zusammenhang mit der Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter». Sie können am Ende der Seite gratis heruntergeladen und bei Bedarf ausgedruckt und im Register 11 der Richtlinie eingeordnet werden. Die Liste wird durch den VSA periodisch aktualisiert.

  • Dokument «Erläuterungen zur Zusammenführung der Regenwasserrichtlinien»:
    Im Rahmen der Erstellung der Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter» wurden die während der Erarbeitung gemachten Überlegungen resp. die getroffenen Entscheide in einem separaten Dokument festgehalten. Diese «Erläuterungen zur Zusammenführung der Regenwasserrichtlinien» sind nicht offizieller Bestandteil der Richtlinie und existieren nur in deutscher Sprache. Das Erscheinungsbild entspricht nicht dem Layout der in den Registern 1 bis 8 enthaltenen Module.
  • Aqua&Gas-Artikel «Kostengünstige Alternative zum Ausbau der Abwasserkanäle»:
    Dieser Artikel zeigt auf, wie mit finanziellen Anreizen der Bau von privaten Versickerungsanlagen für bestehende Liegenschaften gefördert werden kann. In Altbauquartieren mit guten Versickerungsverhältnissen, die aber seit jeher im Mischsystem entwässert werden, kann die Kanalisation durch das Abkoppeln von Flächen soweit entlastet werden, dass bauliche Verdichtungen und Neubauten ohne Kapazitätsausbau an den bestehenden Abwasseranlagen möglich sind.

Weiterführende Themen

Adsorber

Gemäss der eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung ist die Versickerung die erste Priorität beim Umgang mit dem Regenwasser. Dabei wird eine oberflächliche Versickerung über eine belebte Bodenschicht angestrebt. Nicht immer steht jedoch ausreichend Platz für solche Versickerungsanlagen zur Verfügung. Der Ersatz des natürlichen Bodens durch eine künstliche Filterschicht (Adsorber) kann in diesen Fällen eine Alternative sein. Informationen zu den Adsorbern findet sich hier.

Regendaten

Zur quantitativen Planung des Umgangs mit dem Niederschlagswasser werden Regendaten als Inputgrössen benötigt. Informationen zu Regendaten finden sich hier.

Strassenabwasser

Nebst dem Niederschlagswasser von Dach- , Fassaden und Platzflächen fällt auch Niederschlagswasser von Strassenflächen an. Dieses Strassenabwasser muss ebenfalls gesetzeskonform entsorgt werden. Die diesbezüglichen Vorgaben finden sich hier.