Coronavirus im Abwasser

Besteht erhöhte Infektionsgefahr durch Kontakt mit Abwasser?

Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse besteht über kommunales Abwasser kaum ein erhöhtes Infektionsrisiko. Trotzdem sollten die Risiken soweit wie möglich minimiert werden. Siehe auch Infoblatt

Wird das Coronavirus in ARA entfernt?

Nach heutigem Wissensstand gelangen kaum aktive Coronaviren in ARA. Sie werden dort generell relativ gut entfernt (Faktor 100 bis 1000 in der biologischen Reinigung). Entfernt werden die Viren einerseits in der biologischen Reinigung sowie in der Ozonung. Die Stabilität von SARS-COVID-19 im Abwasser, resp. der Abwasserreinigung wurde noch nicht untersucht – es ist jedoch aufgrund von Vergleichen mit anderen SARS-Viren davon auszugehen, dass die Viren nicht lange überleben. 

Wird in der CH Abwasser auf Coronaviren untersucht? 

Eawag und EPFL haben anfangs März ein Programm gestartet, um die Ausbreitung von Coronaviren zu verfolgen. Dazu wird Rohabwasser von rund 10 ARA in der Schweiz untersucht. Da die Labors geschlossen waren und die Methoden erst etabliert werden mussten, beginnt die Probenaufbereitung ab ca. Mitte April. Mit der Messmethode kann allerdings nur die Ausbreitung der Viren, nicht aber deren Aktivität verfolgt werden.

Betrieb von ARA während der ausserordentlichen Lage

Gibt es Lieferengpässe bei Betriebsmitteln (Chemikalien, Strom, Ersatzteile)? 

Momentan laufen sowohl die Produktion als auch die Lieferketten wie gewohnt. Es kann jedoch allenfalls zu längeren Lieferfristen kommen. Die Schweiz ist bei vielen Chemikalien auf Importe angewiesen, diese Chemikalien werden jedoch in ganz Europa benötigt. Die Situation wird daher auf europäischer Ebene genau verfolgt, um bei möglichen Produktions- oder Lieferengpässen möglichst zeitnah einzugreifen.

Welche Arbeiten dürfen/sollen auf ARA durchgeführt werden?

ARA müssen ihren Betrieb wie gewohnt aufrechterhalten.  Die Empfehlungen von Bund (Abstand halten etc.), resp. der Kantone (Baustellen, Betrieb) sind einzuhalten. Ein Ausfall eines Grossteils des Betriebspersonals soll mit geeigneten Massnahmen vermieden werden (Distanzregeln, Arbeiten in gleichen Teams, Frühschicht/Spätschicht, Raumreinigung etc., Homeoffice, wo möglich). Bei Arbeiten mit reduziertem Personal müssen die Vorgaben zur Arbeitssicherheit (Alleinarbeit!) immer gewährleistet bleiben! Arbeiten mit erhöhter Aerosolbildung sollen falls möglich verschoben und sonst mit geeigneter Schutzausrüstung durchgeführt werden (siehe Infoblatt).

Wir benötigen für dringende Arbeiten im Kanalnetz/der ARA Schutzmasken, auf dem Markt sind aber keine erhältlich. Wer kann mir helfen?

Schutzmasken sind derzeit sehr gefragt und werden primär im Gesundheitswesen benötigt. Der VSA empfiehlt, zunächst bei ARA in der Nachbarschaft nachzufragen und sich sonst an die Kantonsapotheker zu wenden.

Ist die Entsorgung des Klärschlamms sichergestellt?

In der CH wird aller Klärschlamm verbrannt. Die KVA sind derzeit gut ausgelastet, die Monoverbrennungsanlagen laufen wie gewohnt. Wir beobachten die Lage weiterhin.

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen bezüglich Stand, Ausbreitung und Massnahmen:

Bundesamt für Gesundheit (BAG): https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov.html

Aktuelle Informationen bezüglich Coronavirus im Abwasser:

DWA: https://de.dwa.de/de/gefaehrdung-durch-coronavirus.html

KWR Water Research Institute: https://www.kwrwater.nl/en/

Weltgesundheitsorganisation (WHO): https://www.who.int/publications-detail/water-sanitation-hygiene-and-waste-management-for-covid-19 (19.3.2020)