GEP als strategische Planung

Für den Betrieb und Werterhalt der kapitalintensiven, langlebigen und mehrheitlich unsichtbaren Abwasseranlagen ist eine stabile und langfristige Planung wichtig – das Infrastrukturmanagement. Dieses umfasst nebst der Infrastruktur zur Siedlungsentwässerung die weiteren Netzinfrastrukturen wie Trinkwasser, Strom etc.

Ein wichtiges Hilfsmittel zur Erarbeitung einer Infrastrukturstrategie bildet das Handbuch Infrastrukturmanagement (2014) von VSA und SVKI. Es kann beim Schweizerischen Verband Kommunale Infrastruktur bezogen werden.

Mit der Generellen Entwässerungsplanung (GEP) werden im Bereich der Siedlungsentwässerung die strategische Planung angegangen, die nötigen Massnahmen definiert und deren Umsetzung zeitlich festgelegt – sie bildet das Herzstück des Infrastrukturmanagements Siedlungsentwässerung. Die GEP gewährleistet einen sachgemässen Gewässerschutz und eine zweckmässige Siedlungsentwässerung. Die Erarbeitung der Entwässerungsplanung erfolgt in verschiedenen Teilprojekten. Das Produkt dieser Projekte (Pläne, Berichte etc.) wird summarisch als „GEP“ bezeichnet. Die kommunalen GEP jeder Gemeinde werden dabei ergänzt durch regionale GEP, in denen auf Stufe Verband resp. ARA-Einzugsgebiet insbesondere konzeptionelle Vorgaben zur Kanalnetzbewirtschaftung festgelegt sind.

Die GEP werden ergänzt durch weitere Aufgaben des Infrastrukturmanagements, die eine unterschiedliche Periodizität aufweisen:

  • Daueraufgaben
    Unter Daueraufgaben sind Aufgaben zu verstehen, die den Betrieb und laufenden Unterhalt der beste-henden Anlagen sichern. Dazu gehören beispielsweise die Bearbeitung von Gewässerschutzbewilligun-gen, der betriebliche Unterhalt der Kanalisation und die laufende Nachführung des Datenbestandes Siedlungsentwässerung.
  • Periodische Aufgaben
    Diese Aufgaben sind für ein effektives Management der Siedlungsentwässerung wichtig, sie fallen aber nicht täglich oder in einem vergleichbaren Rhythmus an. Zu dieser Kategorie gehören z.B. die jährlich durchzuführende Budgetierung / Finanzplanung, die Massnahmenüberprüfung (bspw. im Rahmen eines GEP-Checks) oder auch das Inkasso der Abwassergebühren.
  • Seltene Aufgaben
    Darunter fallen zum Beispiel die Überarbeitungen von GEP-Teilprojekten nach Bedarf. Sie haben den Charakter eines Projektes und sind mehr oder weniger seltene und zeitlich befristete Aufgaben.
Schema des Zusammenspiels der verschiedenen Aufgaben des GEP mit unterschiedlicher Periodizität.
Die Abbildung zeigt schematisch das Zusammenspiel der verschiedenen Aufgaben des GEP mit unterschiedlicher Periodizität.
Titelblatt des GEP-Musterpflichtenhefts

Für die Aktualisierung der Erst-GEP stellt der VSA seit 2010 das Musterpflichtenheft für den Generellen Entwässerungsplan (GEP)» zur Verfügung. Das Musterpflichtenheft wurde im 2020 bezüglich aller Referenzen aktualisiert. Die Abstimmung auf die überarbeitete Wegleitung GEP-Daten und die Richtlinie Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter (2019) sowie die Einarbeitung neuer Themen wie z.B. den Umgang mit Oberflächenabfluss ist für den Zeitraum 2021 bis 2023 geplant.

Als Ergänzung zum GEP-Musterpflichtenheft bietet der VSA den Kurs Fachperson GEP an.

Datenmanagement

Der professionellen Datenbewirtschaftung kommt im Infrastrukturmanagement eine zentrale Rolle zu. Dies gilt ganz besonders für die Siedlungsentwässerung, weil sie eine Vielzahl von Aufgaben, Akteuren und Zuständigkeiten umfasst. Damit die Daten kongruent sind und jederzeit für den Betrieb, die GEP und für andere Planungen verfügbar sind, müssen sie einheitlich strukturiert sein, korrekt erhoben und regelmässig nachgeführt werden. Nützliche Informationen zum Datenmanagement finden sich hier.

Damit die für die Datenbewirtschaftung verantwortlichen Personen in Ingenieurbüros, Gemeinden und Abwasserverbänden das erforderliche Fachwissen erlangen können, bietet der VSA den Kurs Fachperson Daten an.